Erschütterung – Ernüchterung – Erkenntnis – ein bisschen Freude: Man/frau kann etwas bewegen! Zurück
Wenn wir warten, dass Bund und Länder sich über Strukturen und Geld im Gesundheitswesen geeinigt haben, wird es für vieles zu spät sein.
Erschütterung – Ernüchterung – Erkenntnis – ein bisschen Freude: Man/frau kann etwas bewegen!
Ich hatte nach „Zensur“ durch unsere Redaktion und nach reiflichem Überlegen beschlossen, den Beitrag über unser „Krankheitssystem*“ bzw. Eiterbeulen davon, online zu stellen. Zensur stimmt natürlich nicht – unsere Kollegen und Kolleginnen waren nur weniger betroffen und daher weniger emotional – was dem Beitrag als Ganzes sicher gutgetan hat.
Erschütterung:
Die Mails, die mich erreicht haben und auch die offen auf Facebook gemachten Bemerkungen haben mir gezeigt, dass ich offensichtlich etwas aufgezeigt habe, was jeder und jede weiß.
Zwei Kommentare auf Facebook, stellvertretend für viele Mails:
So lange es Leute gibt, die annehmen, dass das die besseren Ärzte sind, die die "Schmiergeldhunderter" in der Tischlade verschwinden lassen, wird sich da nichts ändern!
Kennt jeder Zivi, der beim Roten Kreuz war!!!!
Bringt mich zu der Frage, ob ich so viel Glück hatte oder so naiv bin. Ich hatte bis dato keine solchen Erfahrungen und kenne einige Ärzte, die ich als Vorbild für mich betrachte.
Ernüchterung:
Obwohl die Welt offensichtlich anders ist im Gesundheitsbereich, als ich sie bis dato gesehen habe – Schweigen. Die Menschen glauben offensichtlich, dass sie sich wohlverhalten müssen, um gute medizinische Versorgung zu erhalten und haben Angst. Immerhin geht es in der Medizin ja wirklich oft um Leben und Tod.

Ich will da nicht den Moralisten spielen, ich hätte mich auch vieles nicht getraut, als ich jünger war, von anderen stark abhängig und mit teilweise unterentwickeltem Selbstbewusstsein. Noch dazu ist man als Vater von vier Kindern doch irgendwie leichter zu treffen. Gerade den Kindern bin ich es aber jetzt schuldig, nicht mehr „die Goschen zu halten“, wenn etwas schief läuft.
Erkenntnis:
Zivilcourage und „laut sein“ nützt.
Es nützt der eigenen seelischen Hygiene, aber auch der Allgemeinheit und:
Man/frau kann etwas bewegen.
Wir müssen aufhören, unseren Unmut nur bei Stammtischdiskussionen zu äußern (auch Facebook ist ja letztendlich nur ein großer Stammtisch) und öffentlich sagen, was nicht passt. Wenn sich jemand hinter einem Redaktionsgeheimnis verstecken will: auch gut – wir stellen uns gerne zur Verfügung. Das ist kein Aufruf zur Vernaderung und Denunzierung, wir werden die Dinge auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen.
Wir müssen aufhören, zu schweigen, wenn wir Ungerechtigkeit sehen oder spüren!
Ein bisschen Freude:
Es gibt offensichtlich auch im Gesundheitsbereich Menschen, die an Verbesserungen arbeiten und die Sorgen und den Ärger der Menschen ernstnehmen. Ich hab mich sehr gefreut, als ich folgendes Mail bekam:
Seitens der Beschwerdestelle in der Abteilung Qualitätsmanagement der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. bestätigen wir den Erhalt Ihres E-Mails vom 13. Mai 2012 an Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Dr. Leodolter, in dem Sie über Ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit Ihrer Herzkatheter-Untersuchung berichten. Gleichzeitig möchten wir unser Bedauern ausdrücken, dass für Sie dieser gesamte Ablauf nicht zufriedenstellend verlaufen ist.
Im Rahmen unseres Beschwerdemanagements bzw. unserer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung in den LKH würden wir zu Ihren geschilderten Kritikpunkten gerne eine Stellungnahme des betroffenen LKH einholen; auch um Ihnen eine Rückmeldung geben zu können.
Mir liegt nichts an einer Bestrafung, sehr viel aber daran, dass solche Zustände abgestellt werden. Ich denke, Dipl.-Ing. Dr. Leodolter wird dies tun! Es arbeiten sehr viele Leute innerhalb der KAGes daran, mit den verfügbaren Ressourcen vernünftig umzugehen. Es müssen ja nicht immer vermutete Malversationen sein – fast jeder und jede, der/die ein Krankenhaus gebraucht hat, hat Verbesserungsvorschläge. Man hat ja dort leider sehr viel Zeit nachzudenken und ist nicht betriebsblind. Viele Dinge, die Patienten und Patientinnen als verbesserungswürdig erkennen, sind einfach Tradition und fallen den dort Beschäftigten gar nicht mehr auf.
Wenn wir warten, bis sich Bund und Länder über Strukturen und Geld im Gesundheitswesen geeinigt haben, wird es für vieles zu spät sein. Entweder wir müssen sehr viel mehr bezahlen oder die Leistungen werden eingeschränkt. Beides nicht wünschenswert und wahrscheinlich noch vermeidbar. Die ganz großen Ideen, die etwas verändern, sind sehr selten: es ist immer ein Puzzle von Maßnahmen, die einzeln gesehen unscheinbar sind.
Zivilcourage – kein neues, aber ein immer aktuelles Thema |
Nicht nur Unverdächtige zitiert! |
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Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit. |
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| Es gibt zu wenig Zivilcourage, die meisten verbergen ihre wirkliche Meinung. | Konrad Adenauer |
| Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut: aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leute an Zivilcourage fehlt. | Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck |
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Ohne die Zivilcourage des Einzelnen sind die Rechtstitel des Gesetzes nichts anderes als eine Ansammlung wirkungsloser Werte. |
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| Zivilcourage ist das, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn der Vorgesetzte das Zimmer betritt. | Wernher von Braun |
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Unter Zivilcourage verstehe ich, dass es für mich ganz einfach zu anstrengend ist, zu überlegen, was ich verschweigen könnte. |
Anja Silja |
Gesundheitsausgaben

Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem im Zeitraum von 1970 bis 2007 in verschiedenen Ländern (in USD/Kopf der Bev., Quelle: OECD) Die Tabelle zeigt die Länder mit den höchsten relativen Ausgaben im Gesundheitswesen als Anteil des Bruttoinlandsprodukts bzw. die Länder mit den höchsten absoluten Ausgaben als kaufkraftbereinigte US-Dollar pro Kopf im Jahr 2008.
Im Durchschnitt der OECD-Mitgliedsländer wachsen die Gesundheitsausgaben stärker als die Wirtschaftskraft. Die Pro-Kopf-Ausgaben stiegen von 1990 bis 2005 um über 80 %, während die Bruttoinlandsprodukte (BIP) pro Kopf nur um 37 % wuchsen. Lagen die Gesundheitsausgaben 1970 durchschnittlich noch bei 5 % des BIP, war der Anteil 1990 auf 7 % angewachsen und stieg bis zum Jahr 2005 weiter auf 9 %.

Patientenrecht
Zu den wichtigsten Rechten gehören:
- das Selbstbestimmungsrecht, also das Heilmaßnahmen der Einwilligung des Patienten bedürfen, siehe informierte Einwilligung und Einwilligungsfähigkeit
- das Recht auf sorgfältige Heilbehandlung gemäß dem anerkannten Stand der Wissenschaft (nicht aber eine „Erfolgsgarantie“)
- das Recht auf freie Arztwahl
das Recht auf freie Krankenhauswahl- das Recht auf Aufklärung. das ist eine für den Laien verständliche Erklärung des medizinischen Eingriffs, siehe ärztliche Aufklärung. Dies beinhaltet eine richtige Darstellung der Chancen aber auch der Risiken und Nebenwirkungen der geplanten medizinischen Maßnahmen. Es muss jedoch nicht über jedes Detail aufgeklärt werden, sondern es genügt eine Beschreibung im Groben und Ganzen.
- das Recht auf Dokumentation, insbesondere der Diagnose und der Therapie.
- das Recht zur Einsicht in die Patientenakte
- das Recht auf Vertraulichkeit der Behandlung, dass die behandelnden und pflegenden Personen die bei Behandlung und Pflege bekanntgewordenen Informationen und Daten vertraulich behandeln und nicht unbefugt Dritten gegenüber offenbaren (ärztliche Schweigepflicht, § 203 StGB)
- das Recht auf eine Zweitmeinung bei gesetzlicher Krankenversicherung (außer in besonderen Versorgungsformen)
- das Recht den Arzt zu wechseln (eingeschränkt in besonderen Versorgungsformen und bei Zahnersatz)
In Deutschland haftet der Arzt bei Verletzung der ärztlichen Sorgfaltspflichten seinem Patienten unter dem Gesichtspunkt der Arzthaftung.
In Österreich gibt es in jedem Bundesland eine unabhängige Patientenvertretung oder Patientenanwaltschaft, die als Serviceeinrichtung für Fragen und Beschwerden zur Verfügung steht und bei Verdacht auf Behandlungsfehler (Kunstfehler) rechtliche Unterstützung bietet. In psychiatrischen Abteilungen haben Betroffene, die gegen ihren Willen untergebracht werden, einen auf Basis des Unterbringungsgesetzes tätigen Patientenanwalt, der sie gegenüber der psychiatrischen Abteilung und im Verfahren nach dem Unterbringungsgesetz vertritt. © WikipediA
Hier folgt der nächste Akt! :(
Mag. Heinz Rüdisser
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