Der perfekte Tag, 30. April

FOTOS: Johannes Gellner, Aufführung Der perfekte Tag, Theater im Bahnhof, Tanzabend, Tanzaufführung, tanzen im TheaterBegonnen hat alles beim Laufen, als ich plötzlich diese berühmte Endorphine-Ausschüttung hatte, diesen Runner's High. Ich schmiss unwillkürlich die Arme wie zum Triumph in die Höhe und hätte weiterlaufen wollen bis zum Umfallen. Dann, später, erzählte mir mein Sohn von dem schönen Gefühl, das sich manchmal einstellt ? wie eine unerklärliche Idylle ? und dieses Glücksgefühl ortet er irgendwo in der Brust. In der Nähe des Herzens, aber nein, eher nicht im Herzen selber, sondern es beginnt mit einem wohligen Wärmegefühl in der Brustgegend und strahlt dann in den ganzen Körper aus. Und das sei unbeschreiblich angenehm." (M. Klengel)

Glück stellt sich wahrhaftig körperlich ein. Das ist für die Bühne interessant. Was passiert da, wenn "es" einsetzt? Was macht der Körper im Glück?

Die Hirnforschung weiß längst, welche Hormone für die Erzeugung des Glücksgefühls zuständig sind. Auch wodurch es ausgelöst wird, ist lange schon Forschungsgegenstand der Wissenschaft. Glücksforschung, Glücksökonomie (happiness economics) sind legitime Sparten der Forschung. Seit Jahren erforscht der Happy Planet Index die Zufriedenheit der Welt. Und kommt regelmäßig zu dem Schluss, dass wirtschaftlicher Reichtum, Luxus, Geld, Konsum nicht glücklich machen. Nachhaltiges Glück hat nichts zu tun mit finanzieller Unabhängigkeit, der Seelenzustand verbessert sich nicht mit der Kaufkraft. Der Kapitalismus generiert eher das Depressive.

PERFECT DAY beschäftigt sich mit der Glücklosigkeit des westlichen Menschen und macht sich auf die Suche nach den ganz persönlichen Momenten des Glücks. Mithilfe von Interviews, Fiktionen, (auto-)biographischen Notizen und der körperlichen Arbeit auf der Bühne (mit den Körpern, der Stimme) wird eine Situation heraufbeschworen, die sich fragt, warum einem so oft zum Heulen ist, wo doch alles ohnehin so schön und gut ist. Der Traum vom Glück begleitet uns, und sei es nur als ein Bild dessen, was wir vermissen, was uns schmerzt und fehlt. Lustgewinnler und Leidvermeider, das sind wir, aber es gelingt uns leider so schlecht.

Milli Bitterli, eine der besten österreichischen Choreographinnen, wird diesen Prozess begleiten. Ihre Fähigkeit, die Emotion von Bewegung zu erforschen und persönliche Hingabe spielerisch zu intensivieren, ihre große Leidenschaft für die öffentliche tänzerische Bewegung interessieren uns. Doch was könnte diesen flüchtigen Zustand besser beschreiben, als ein Liedgenre, das es im Musikdiskurs nie leicht hatte: die Rockballade nämlich. Die Show versucht überdies die Ehrenrettung dieses verpönten Genres. Rock- und Popballaden handeln immer vom Glück oder seiner Abwesenheit, wir werden sie wieder zum Leben erwecken, neu schreiben, reproduzieren, neu dichten, ja, auch dichten

Der perfekte Tag, 30. April: Bezirksauswahl
Theater im Bahnhof1
TiB 125

Elisabethinergasse 27 a, 8020 Graz
Tel: +43 316 763 620  Fax: +43 316 763 620 - 40

Das Theater im Bahnhof (TiB)/Graz ist das größte professionelle freie Theaterensemble Österreichs. Das TiB/Graz versteht sich per Eigendefinition als zeitgenössisches Volkstheater, und setzt sich seit seinen Anfängen mit österreichischer Identität zwischen Tradition und Pop auseinander.

Kategorien: Bühnen

Mitspielen & gewinnen!