Kein ausreichender Schutz für Kinder durch neue EU-SpielzeugrichtlinieZurück
Gesundheitsgefahren gehen oft von Kinderspielzeug aus. Um die Heranwachsenden davor zu schützen, gibt es in Europa Richtlinien. Doch deren Neufassung geht Experten nicht weit genug.
Ist Haarschmuck gefährlich? -> auch dies wird hier angeschnitten.
Gesundheitsgefahren gehen oft von Kinderspielzeug aus. Um die Heranwachsenden davor zu schützen, gibt es in Europa Richtlinien. Doch deren Neufassung geht Experten nicht weit genug.
Oft gehen Gesundheitsgefahren von Kinderspielzeug aus. Um die Heranwachsenden davor zu schützen, gibt es in Europa
Richtlinien, die bei der Herstellung von Spielzeug eingehalten werden müssen. Doch diese Regeln sind zu lasch, kritisiert nun das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
Erst im
Dezember 2008 sind neue Vorgaben zur chemischen Sicherheit von Spielzeugen verabschiedet worden. Teils führen sie laut dem BfR aber zu einer Verschlechterung der Situation für den Verbraucher, weshalb die Experten eine rasche Nachbesserung empfehlen.
„Da Kinder wesentlich empfindlicher gegenüber chemischen Stoffen sind als Erwachsene, brauchen wir auch besonders hohe Anforderungen an die Ungiftigkeit von Spielzeug“, erklärt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. Vor allem die Grenzwerte für Schwermetalle in Kinderspielzeug gehen den Spezialisten nicht weit genug. Gemäß der neuen Richtlinien darf sich aus Spielzeug in Zukunft mehr Blei lösen als nach der bisherigen Regelung. Einen Schutz vor Duftstoffen und Nickel, die Allergien auslösen können, sehen die neuen Vorschriften ebenfalls nicht vor.

Bislang konnten die Hersteller mit dem CE-Zeichen selbst aufzeigen, dass ihre Produkte den Sicherheitsanforderungen genügen. Dennoch sind in der Vergangenheit immer wieder giftige und gefährliche Spielzeuge im deutschen Handel aufgetaucht. Deshalb hatte die (deutsche) Bundesregierung gefordert, eine Produktprüfung durch unabhängige Labore in die neue EU-Richtlinie mit aufzunehmen. Dieser Punkt wurde jedoch nicht berücksichtigt. Eltern müssen demnach auch weiterhin davon ausgehen, dass bestimmte Spielzeuge möglicherweise Gesundheitsgefahren für ihre Kinder bergen. © FOCUS
Lesen Sie dazu auch uneren Bericht zum Thema "Kinder und Sicherheitsnormen".
Haarschmuck kann zu Verletzungen führen
Junge Mädchen und viele Frauen verzieren ihre Frisuren gern mit Spangen oder Haarklammern. Doch dieser
Schmuck ist nicht immer ungefährlich. Von manchen Produkten geht insbesondere für Kinder eine
große Verletzungsgefahr aus.
Je härter das Material ist, aus dem die Clips und Verzierungen gefertigt sind, desto höher ist das Risiko, dass der Schmuck die Kopfhaut verletzt. Tobende kleine Mädchen, die ihren Kopf anstoßen, können sich an den
Spangen schlimme Wunden zuziehen. Auch können harte Haarschmuckteile bei einem Sturz den Schädelknochen beschädigen. So mussten US-amerikanische Ärzte zwei
Mädchen mit Schädelbrüchen behandeln.
Die Kinder waren gestürzt, und dabei hatten harte Plastikkugeln, die an Haargummis befestigt waren, die Schädeldecke eingedrückt.
„Haarschmuck wird nur zum Problem, wenn Kinder darauf fallen – zum Beispiel aus einem Stockbett. Dies ereignet sich zwar selten, aber lässt sich zumindest verhindern“, erklärt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Deshalb raten Ärzte dazu, nur weichen Haarschmuck für Heranwachsende zu verwenden. Zu meiden sind beispielsweise Spangen mit Metallzacken für Pferdeschwänze. Besser geeignet sind Samt-Haargummis und flexible, weiche Kunststoffspangen. © FOCUS