Malina
Für die Bühne bearbeitet von Marion Hirte, Patrick Schlösser und Elisabeth Tropper
Stille! Ich treibe den Dorn in dein Herz
Paul Celan
zum Stück:
Malina ist der einzige vollendete Roman der großen österreichischen Lyrikerin Ingeborg Bachmann. Geplant als Auftakt zum nie fertig gestellten Todesarten-Zyklus, beschreibt Malina die Zerstörung des weiblichen Ichs durch das männliche Prinzip. Die namenlose Protagonistin, eine in der Ungargasse im 3. Wiener Bezirk wohnhafte Schriftstellerin, findet sich – zumindest auf den ersten Blick – in einer Dreiecksgeschichte zwischen Ivan und Malina wieder.
Malina, „Staatsbeamter der Klasse A“, ist ihr Lebensgefährte, er verkörpert das Realitätsprinzip, die Vernunft des täglichen Zusammenlebens. Ist er eine Person im Außen? Ist er ein Teil ihrer Persönlichkeit? Ihre sich verzehrende Sehnsucht gilt dem etwas jüngeren Ivan, der in unmittelbarer Nachbarschaft lebt. Ihre Hingabe an Ivan ist so bedingungs- wie hoffnungslos: Er behandelt sie nachlässig, verstärkt ihre Ängste und Selbstzweifel.
Über collageartige Skizzen, Traumfrequenzen, Monologe, Dialoge und Briefe macht Bachmann sichtbar, wie die Protagonistin zusehends auseinander bricht. In Patrick Schlössers szenischer Adaption werden drei Schauspielerinnen diesen Prozess ausloten – in einem Spiel der Verdoppelungen, Verdreifachungen und Brüche, das Identität als fest umrissenen Begriff in Frage stellt.
zur Autorin:
Ingeborg Bachmann wurde 1926 in Klagenfurt geboren. Ab 1953 lebte sie in Zürich und Rom, wo sie sich schließlich endgültig niederließ. Ihr schriftstellerischer Erfolg begann 1952 durch eine Lesung bei der Gruppe 47. Neben Lyrik (ihr bekanntester Gedichtband Die gestundete Zeit erschien 1953) verfasste sie Hörspiele und Erzählungen und versuchte sich an einem großen Romanprojekt, das jedoch unvollendet blieb. 1973 verstarb sie in Rom an den Folgen eines Brandunfalls.
Besetzung:
Regie: Patrick Schlösser
Bühnenbild: Patrick Schlösser
Kostüme: Tanja Kramberger
Dramaturgie: Elisabeth Tropper
mit: Martina Stilp, Gertrud Roll, Verena Lercher
weitere Termin: 27. Oktober, 4. November, 16. November, 20. November, 20. Dezember 2009
© Schauspielhaus Graz
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Kategorien: Bühnen