Sauna
Bereits der Grieche Hippokrates (460 – 377 v.Chr.) pries die Heilkraft der heißen Quellen. Er prägte den Gedanken der Präventivmedizin, wonach Krankheiten sich durch Vorbeugemaßnahmen vermeiden lassen. Dazu gehört auch die entspannende und gesundheitsfördernde Wirkung des Wassers, aus der sich die unterschiedlichsten Bädertypen entwickelt haben, die wir heute noch genießen.
Sauna, (finnisches Bad bzw. Schwitzstube), ist ein trockenes Heißluftbad, in dem Temperaturen bis zu 100⁰C herrschen. Bei trockener Luft kann die Temperatur bis zu 130⁰C betragen. Der Saunaraum, der meist vollständig aus Holz besteht, wird mit einem eigenen Ofen, der mit Ofensteinen gefüllt ist, erhitzt. Durch eine Reihe von Wechselbädern aus heiß und kalt stellt die Sauna eine Herausforderung von Leib und Seele dar. Sie wirkt reinigend, stärkend und lässt die Sinne aufleben.
-- > Wissenswertes für Ihren Saunabesuch
Bereits Pfarrer Kneipp empfahl die Wechselwirkung von Kalt und Warm. Je größer der Temperaturunterschied zwischen der aufgeheizten Hautoberfläche und dem Kaltwasserstrahl, desto ausgeprägter ist der Reiz und desto größer auch die Wirkung. Die Durchblutung des Gewebes wird gesteigert.Um den Saunaeffekt voll entfalten zu können, ist es nun notwendig eine kalte Dusche zu nehmen. Meist stehen nun mehrere Möglichkeiten zu Verfügung, um sich abzukühlen:
Kaltwasserschlauch:
Hierbei handelt es sich um einen gewöhnlichen Schlauch ohne Düse oder Duschkopf. Sein weicher Strahl wirkt schonend und bringt den Kreislauf wieder sanft auf Touren. Sie bestimmen die Einwirkungsdauer.
Kalte Güsse eigenen sich bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Sie wirken – vor allem an Beinen - abschwellend und schmerzlindernd. Die Beine werden nicht nur schön, sondern man stärkt auch die Gefäße. Der gesamte Körperkreislauf wird angeregt und man unterstützt indirekt auch die Funktion sämtlicher Organe. Durch regelmäßige Oberschenkelgüsse kann man Cellulite vorbeugen.
Der Knieguss hat eine blutdrucksenkende und beruhigende Wirkung. Er trainiert die Gefäße der Venen und dient zur Vorbeugung von Krampfadern. Er stärkt die Funktion der Blase und der Geschlechtsorgane und hilft auch bei Erkältung und macht die Nase frei. Führen Sie den Wasserstrahl dabei an der Außenseite Ihres rechten Beines vom Fuß aufwärts bis kurz über das Knie. Daraufhin gehen Sie auf der Innenseite wieder abwärts. Anschließend wechseln Sie über zum linken Bein.
Der Schenkelguss eignet sich bei Venenleiden, bei Neigung zu Krampfadern und bei Durchblutungsstörungen der Beine. Er beugt der Bildung von Cellulite vor und hilft bei nervöser Übererregbarkeit sowie bei Schlafstörungen, Erschöpfung und depressiven Verstimmungen. Dabei führen Sie den Schlauch an der Außenseite des rechten Fußes bis zum Gesäßmuskel. Lassen Sie das Wasser einige Sekunden über das Gesäß fließen. Dann führen Se den Strahl über die Innenseite des Beines zum Fuß zurück. Das gleiche machen Sie dann beim linken Bein.
Der Armguss wirkt belebend und regt den Kreislauf an. Güsse am rechten Arm wirken anregend auf die Funktion von Leber und Galle, Güsse am linken Arm verstärken die Herzkraft. Es wird an der rechten Außenseite des Handrückens begonnen und weiter langsam bis zum Oberarm. Dann wird zur Innenseite gewechselt. Danach folgt der linke Arm.
Der Schulterguss wirkt noch intensiver als der Armguss. Zudem hilft er bei schmerzhaften Verspannungen im Bereich des Schultergürtels. Führen Sie den Guss gleich aus wie den Armguss, verweilen Sie jedoch kurz oberhalb des Schultergelenks einige Sekunden lang. Danach führen Sie den Schlauch an der Innenseite des Armes wieder abwärts bis hinunter zum kleinen Finger.
Die Schwallbrause
Wenn Sie den massiven Kaltreiz bevorzugen, gehen Sie am besten unter die Schwallbrause. Hier prasselt ein breit gefächerter Wasserstrahl auf Sie herab. Beginnen Sie auch hier bei den Beinen. Halten Sie dann Ihre Arme unter den Wasserstrahl und zum Schluss stellen Sie sich ganz darunter. Das sollte nur einige Sekunden dauern.
Die Kübeldusche
Die Kübeldusche wirkt sanfter als die Schwalldusche. Der Holzkübel ist über dem Kopf an der Wand der Duschkabine angebracht. Indem man an einen Zugseil zieht, bringt man den Kübel zum Kippen. Der Inhalt ergießt sich nun über Kopf und Körper.
Eckbrausen
Von mehreren Seiten wird man nun abgekühlt. Ein wonnig kalter Duschtrip.
Das Tauchbecken
Eine echte Herausforderung stellt das Tauchbecken dar. Vergleichbar mit einem Sprung in einen Eisbach. Jedoch der Einstieg ist einfacher. Über einige Stufen steigt man in das bis zu 80 Zentimeter tiefe Becken. Dabei sollten Sie ein- oder zweimal abtauchen.
Bei Bluthochdruck sollte man das Tauchbecken eher meiden und schonendere Abkühlmaßnahmen wählen.
-- > Mehr zu den positiven Auswirkungen eines Saunabesuches
Weiterentwicklung der Sauna:
Infrarotsauna
Hier wird die Schwitzkabine mittels Infrarotstrahlen beheizt. Einige Körperteile bleiben hier kalt, somit ist ein rundum Schwitzvergnügen nicht gewährleistet.
Helarium
Neben dem Hitzereiz wird man mit unterschiedlichen Farben bestrahlt, welche die Stimmung und Körperfunktion beeinflussen. Rot z.B. regt die Aktivität der Haut und der Drüsen an, Gelb steigert die Leistungsfähigkeit und die Verdauung, Blau und Grün beruhigen. Weißes und sehr helles Licht heben generell die Stimmung. Diese Farben werden durch Niederdrucklampen erzeugt.
Kristallsauna
Rauchquarzkristalle, angebracht über dem Saunaofen, verströmen angenehmes Licht, welches die Tiefenentspannung fördert.
