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Multiple Sklerose (MS) ist eine bis heute unheilbare, chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zunächst schleichend verläuft und im späteren Verlauf zu immer belastenderen körperlichen Behinderungen führt.
Für die MS typisch ist das Auftreten von Beschwerden, die Tage bis Wochen anhalten und danach gänzlich oder teilweise verschwinden, um möglicher Weise in anderer Art zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzutreten.
Multiple Sklerose (MS) ist eine häufige Erkrankung und betrifft in Österreich etwa 100 von 100 000 Menschen. Die Erkrankung tritt meist zwischen 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf, betrifft also junge Menschen, die ihre Lebensplanung, ihre berufliche Entwicklung und ihre Existenz in der Gesellschaft mit dieser Erkrankung bewältigen müssen. Um Menschen mit MS mit Verständnis und Einsicht zu begegnen und ihr Leben im sozialen Umfeld zu erleichtern ist es für uns alle wichtig, Informationen über diese Erkrankung zu bekommen und durch vermehrtes Wissen einen besseren Umgang mit von dieser Erkrankung betroffenen Menschen zu entwickeln.
Was ist Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems (= Gehirn und Rückenmark), bei der es durch einen Autoimmunmechanismus zu einer Zerstörung der nervenhüllen kommt. Durch die Erkrankung entstehen in Gehirn und Rückenmark als „Plaques“ bezeichnete entzündliche veränderte Flecken, die verstreut an jeder Stelle des Zentralnervensystems auftreten können. Je nach Ausmaß und Lokalisation der Veränderungen verursacht MS individuell unterschiedliche Symptome und Ausfallserscheinungen. Häufig sind Sehstörungen wie Verschwommen sehen oder Doppeltsehen, aber auf Gefühlstörungen am Körper oder an Armen und Beinen können vorkommen, die Kraft kann in Armen und Beinen abgeschwächt sein, Unsicherheit beim Greifen oder Gehen kann auftreten, auch Störungen der Kontrolle der Blasenfunktion kommen vor.
Die Erkrankung verläuft meist in sogenannten Schüben. Das bedeutet, dass Symptome auftreten und nach einigen Tagen oder Wochen sich ganz oder teilweise wieder zurückbilden können. Nach anfänglich schubförmigem Auftreten kann die Erkrankung später auch in eine fortschreitende Form übergehen, bei der sich Symptome – meist Gangstörungen durch Schwäche oder Unsicherheit der Beine – kontinuierlich verschlechtern.
Es gibt aber auch Verläufe, die schon von Beginn an fortschreiten und zu zunehmender Behinderung führen.
Nicht nur der Verlauf und die Symptome sondern auch das Ausmaß der Erkrankung kann sehr variabel sein. Es gibt Verläufe mit schweren Behinderungen durch rasches Fortschreiten der Symptome, aber auch Verläufe mit nur sehr seltenen und gering ausgeprägten Schüben, die kaum Einschränkungen durch die Erkrankung verursachen, kommen vor.
Wie kann man Multiple Sklerose erkennen?
Die Diagnosestellung von Multiple Sklerose erfolgt nach entsprechendem klinischem Verdacht durch Auftreten von oben beschriebenen Symptomen zuerst durch Durchführung einer neurologischen Untersuchung. Diese Untersuchung soll Funktionsausfälle wie Lähmungen, Sehstörungen oder Gefühlsstörungen erfassen. Danach wird mit einer Bild gebenden Untersuchung (Magnetresonanztomographie = MRT) Gehirn und eventuell auch Rückenmark untersucht. Eine Lumbalpunktion (Stich im Lendenwirbelsäulenbereich) zur Entnahme von Liquor (=Nervenwasser) kann den Entzündungsprozess noch weiter belegen. Die Ergebnisse aller Untersuchungen im Zusammenhang mit der Symptomatik werden für die Diagnosestellung bewertet.
Kann man Multiple Sklerose behandeln?
Multiple Sklerose ist eine nicht heilbare Erkrankung. Trotzdem stehen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung zur Verfügung, um das Ausmaß der Schädigung durch die Erkrankung und auch einzelne Symptome zu vermindern.
Therapie des akuten Schubes
Bei Auftreten von akuter Verschlechterung der Erkrankung wird mit Cortison-Präparaten behandelt, um die Symptome rascher zur Rückbildung zu bringen und den entzündlichen Prozess zu unterbrechen.
Therapie im Intervall
Als vorbeugende Therapie sind inzwischen mehrere Medikamente verfügbar, die mit dem Ziel der Verminderung der Krankheitsaktivität verabreicht werden. Diese Medikamente werden als Langzeittherapien angewendet, um auf längere Sicht den Verlauf der Erkrankung möglichst wenig aktiv zu halten und das Auftreten weiterer Schübe bzw. das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Diese vorbeugenden Therapien stehen seit mittlerweile etwa 15 Jahren zu Verfügung. Durch intensive Forschungen werden auch regelmäßig neue Methoden entwickelt und im Hinblick auf ihre Wirkung untersucht.
Symptomatische Therapie
Einzelne Symptome von Multiple Sklerose (z.B. Muskelkrämpfe der Beine) sind sehr beeinträchtigend und können durch Medikamente gemildert werden.
Text zur Verfügung gestellt von:
Manfred Jäger,
Obmann vom Verein „Liebe dein Leben“