Styriarte, Il mondo della luna, 12. Juli

styriarte-Oper für Kinder ab zehn Jahren (Veranstaltung für KINDER!)

Sonntag, 12. Juli – Remise Mariatrost, 17 Uhr

Haydn: Il mondo della luna, Hob. XXVIII:7 für Kinder bearbeitet von Johanna von der Deken

  • Joseph Haydn, Il mondo della luna Hob. XXVIII:7, Haydnjahr, Beitrag zum Haydnjahr, Schloss Esterházy, EisenstadtBernd Lambauer, Ecclitico
  • Andreas Jankowitsch, Buonafede
  • Margot Oitzinger, Lisetta
  • Johanna von der Deken, Clarice
  • Gernot Heinrich, Cecco
  • recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ
  • Dirigent: Michael Brandstätter
  • Regie: Elisabeth Gabriel
  • Kostüme: Ingrid Leibezeder
  • Bühne: Jeanny Kratochwil

Eine Produktion in Zusammenarbeit mit der Philharmonie Luxembourg.

Empfohlen für Kinder ab 10 Jahren

GROSSES ORCHESTER GRAZ, Veranstaltung für KINDER, styriarte-Oper, Kinder ab zehn Jahren, Remise Mariatrost, Il mondo della luna Hob. XXVIII:7Die Welt steht Kopf, wenn man sie vom Mond aus betrachtet. Physikalisch ist das zwar reiner Unsinn, doch ein köstlicher Stoff für eine Opera buffa, in der alles und jedes verrückt zu sein scheint. Was Joseph Haydn in seinem lustigsten Opernstück ganz auf das Personal in Esterháza zugeschnitten hatte, verwandelt Johanna von der Deken in ein Opernstück für Kinder. Aberwitzig die Charaktere, urkomisch die Handlung, zeitgemäß die szenische Fassung. Ein Beitrag zum Haydnjahr, der zwar für Kinder, aber nirgends kindisch ist.

Il mondo della luna,(Die Welt auf dem Monde)

Musik: Joseph Haydn. Dramma giocoso in 3 Akten.

Libretto nach Carlo Goldoni

Erstaufführung in Esterháza am 3. August 1777.

Inhalt der Oper:

I. Akt

Dottore Ecclitico („Ekliptikus“), Ernesto und dessen Diener Cecco bereiten eine Verschwörung gegen den reichen Einfaltspinsel Buonafede („Gutgläubig“) vor. Ecclitico, der sich als Astrologe ausgibt, macht dem Alten weis, auf dem Monde existiere eine ähnliche, aber viel bessere Welt, und gaukelt ihm mit der Hilfe eines Apparates durch das Fernrohr eine Reihe von sehr angenehmen Szenen von dort vor. Man kann dort Frauen beobachten, wie sie zu Bett gehen. Der entzückte Buonafede bedankt sich mit einem Geldbeutel (Ouverture, Coro e recitativo, Intermezzo, Arie des Buonafede).

für Kinder bearbeitet, Johanna von der Deken, Haydnjahr, Komische Oper, Dramma giocoso, Carlo Goldoni, Libretto, OuvertüreEcclitico hat es jedoch nicht auf das Geld des Alten abgesehen, sondern auf dessen Tochter Clarice, ebenso wie sein Freund Ernesto, Sohn eines Barons, auf die andere Tochter Flaminia. Ernestos Diener Cecco liebt die Kammerzofe der beiden Töchter, Lisetta (>>Mi fanno ridere>>). Ecclitico entwickelt einen Plan, wie dem Buonafede die Mädchen abzulisten wären.

Die beiden Töchter, die besonnenere Flaminia (>>Ragion nell’alma siede>>) und die temperamentvolle Clarice beraten ihre Lage. Buonafede will ihnen aus Geiz wegen der anfallenden Mitgift die Heiratserlaubnis nicht geben, und würde sie am liebsten im Zimmer einschließen. Selbst aber schäkert er mit Lisetta, die ihm des Geldes wegen Liebe vorheuchelt, sich aber heimlich über ihn lustig macht.

Finale I: Ecclitico erscheint, um sich vorgeblich für immer von Buonafede zu verabschieden, weil er dem Ruf des Mondkaisers folgen müsse. Buonafede, der gleich mit möchte, wird durch einen „Zaubertrank“ eingeschläfert und in Eccliticos Garten gebracht.

II. Akt

1. Satz der 63. Sinfonie, Joseph Haydn, Il mondo della luna Hob. XXVIII:7, Haydnjahr, Beitrag zum HaydnjahrIn Eccliticos Garten, der als „Welt auf dem Monde“ hergerichtet ist (Sinfonia), wird dem wiedererwachten Buonafede eine erstaunliche Zeremonie vorgeführt: Ecclitico, der als Zeremonienmeister des Mondkaisers amtiert, lässt Buonafede neu einkleiden. Dieser erfreut sich an den Blumen, an der Musik, den Tänzen, dem Echo (Balletto, Coro, Arie Ecclitico, Marcia). Dann erscheint der verkleidete Cecco als Kaiser und erklärt Buonafede, was auf der Erde alles verkehrt ist (In seinem Gefolge ist Ernesto als Abendstern Hesperus, er erzählt von den Sitten auf dem Mond). Buonafede ist vom Mondleben begeistert (Aria con balletto).

Lisetta, mit verbundenen Augen aus Buonafedes Haus hergeführt, wird von Buonafede umworben (Duetto). Sie spielt in der Komödie mit, als sie in dem Mondkaiser den verkleideten Cecco erkennt, der sie als Mondkaiserin auf den Thron erhebt. Finale II: Mit großem Pomp – und in „Mondsprache“ - wird Flaminia mit Hesperus, Clarice mit Ecclitico vermählt. Sobald man Buonafede der Mitgift halber den Schlüssel zu seinem Geldschrank abgeluchst hat, wird die Komödie für beendet erklärt. Buonafede tobt.

III. Akt

Ecclitico will Buonafede nur nach Hause gehen lassen, wenn er gute Miene zum bösen Spiel macht. Nach kurzem Sträuben gibt der Alte nach, willigt in die geschlossenen Verbindungen ein und gewährt den Mädchen ihre Mitgift (Intermezzo, Duetto, Finale III).

Il mondo della luna Hob. XXVIII:7, für Kinder bearbeitet, Johanna von der Deken, Haydnjahr, Styriarte, Michael Brandstätter, Heimatstadt Graz,

Il mondo della luna – Die Welt auf dem Monde

Haydns siebente italienische Oper, „Il mondo della luna“ (Die Welt auf dem Monde) wurde 1777 für die Hochzeit des zweiten Sohnes des Fürsten Nikolaus I., des „Prachtliebenden“, Graf Nikolaus, mit der Gräfin Anna Maria Weißenwolf, einer Nichte der Fürstin, komponiert. Die Uraufführung fand im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten am 3. August des Jahres auf Schloss Eszterháza statt. Gleichzeitig wurde zu diesem Anlass ein Ballett gegeben, das auf Eszterházy schon seit längerem im Repertoire stand, und eine deutsche Marionettenoper, „Genovevens vierter Teil“, uraufgeführt. (Die Musik, vermutlich teilweise von Haydn, ist heute verschollen.) „Il mondo della luna“ ist nach „Lo speziale“ (1768) und „Le pescatrici“ (1769) bereits das dritte Textbuch Carlo Goldonis, des neben Carlo Gozzi wohl bedeutendsten italienischen Bühnenschriftstellers dieser Zeit, das Haydn für die Eszterházaer Bühne vertonte. Veranstaltung für KINDER, styriarte-Oper, Kinder ab zehn Jahren, Remise MariatrostKomische Oper, Dramma giocoso, Carlo GoldoniGenauso wie in den beiden anderen Fällen stand Haydn dieses Textbuch aus zweiter Hand zur Verfügung. Die ursprüngliche Fassung Goldonis war zum ersten Mal 1750 von Baldassare Galuppi in Venedig vertont worden und hatte mit mehr oder weniger großen Änderungen schon mehreren Komponisten vor Haydn als Libretto gedient, darunter Giovanni Paisiello (Neapel 1774) und Gennaro Astaritta (Venedig 1775). Der unbekannte Bearbeiter des Librettos folgte dem Goldonischen Original bis vor das Finale des zweiten Aktes und verwendete dann die Fassung der Oper Astarittas. (Der Esterházysche Tenor Karl Friberth, der noch 1775 für Haydn den Text zu „L'incontro improvviso“ eingerichtet hatte, dürfte die Textfassung vermutlich nicht mehr erstellt haben, denn er verließ 1776 den Esterházyschen Dienst.)

Die Komposition von „Il mondo della luna“ fällt bereits in jene Zeit, als schon - ab 1776 - ständiger Repertoirebetrieb auf Eszterháza herrschte. Daher sind für die Rollen auch nicht mehr die vorwiegend deutschen Sänger vorgesehen, für die Haydns seine früheren Festopern schrieb und die nun Eszterháza nach und nach verließen, sondern das eigens für das durchwegs italienische Repertoire eingestellte italienische Sängerpersonal. Andererseits aber wurde die Oper nicht ins ständige Repertoire auf Eszterháza aufgenommen: „Il mondo della luna“ ist die einzige der späteren Opern Haydns, die - von wenigen Wiederholungen im selben Jahr 1777 abgesehen - tatsächlich auch „Einzelereignis“ im Repertoire blieb. Trotzdem ist gerade diese Oper in teilweise drei verschiedenen Fassungen überliefert: einer „Urfassung“, in der Ecclitico noch durch einen Alt (statt einem Tenor), Ernesto durch einen Tenor (statt einem Alt) und Lisetta durch einen Sopran (statt einem Alt) gesungen wurde; einer „verbreiteten“ Fassung, in der das Werk für den Musikalienmarkt kopiert wurde, und in Letztfassungen einzelner Nummern, die von Haydn dann noch einer neuerlichen Bearbeitung unterzogen wurden. Die heutige Aufführung folgt der von H. C. Robbins-Landon bei Bärenreiter verlegten Fassung. Hans Swarowsky redigierten Fassung: die Rolle Ernestos wird durch einen Bariton, jene Eccliticos durch einen Tenor verkörpert.

„Il mondo della luna“ entspricht der Mischform einer sog. Opera semiseria, einer „halbernsten“ Oper, die im Rahmen einer eigentlich „heiteren“ Buffo-Handlung massive „ernste“ Elemente aufweist. (Darauf deutet auch schon die Genrebezeichnung „Dramma giocoso“, heiteres Drama, hin.) Diesem Schema sind die handelnden Personen des Librettos einzeln zuzuordnen: Nur Buonafede, Cecco und Lisetta stellen reine Buffo-Figuren dar, Clarice und Ecclitico nehmen an beiden Sphären teil, Ernesto und Flaminia sind durchwegs ernste Rollen. (Der Bearbeiter hat, in den Kategorien der Operngenres betrachtet, einen Stilbruch begangen, wenn er Ernesto und Flaminia am Ende des II: Aktes in die alberne Mondsprache mit einstimmen lässt.)

Haydns Vertonung hält sich in den Grundzügen an diese Rollenverteilung, wobei aber, wie bei Haydn oft, stets ein starker Trend zur „ernsten“ Seite hin zu spüren ist. Manche zusammengesetzten Ensemble-Stücke sind im rasanten Buffo-Stil gehalten und haben einen „ernsten“ Abschnitt. Ernestos feierliche Arie „Qualche volta non fa male“ mit ihren abwechselnden Moll- und Durteilen übersteigt in ihrem musikalischen Gehalt den Text bei weitem: Haydn hat sie 1782 zum Benedictus der Mariazeller Messe (Chor mit Soloquartett) umgestaltet. Glanzpunkte der Vertonung sind die prächtige Ouvertüre, die Haydn dem 1. Satz der Symphonie Nr. 63, „La Roxelane“ zu Grunde legte, und Lisettas Arie „Una donna come me“, eine der vielleicht schönsten Ausgestaltungen des vierteiligen Typs in abwechselnd gerader und ungerader Taktart. In seiner Arie „Che mondo amabile“ flötet Buonafede mit dem Mund und konzertiert mit acht Blasinstrumenten: Sie gehört mit in das Ensemble der Arien und kleinen Instrumentalstücke, die hauptsächlich der Vorspiegelung der Welt auf dem Monde dienen. (Gerhard. J. Winkler)

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Internationalen Haydntage Eisenstadt

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