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Glücklich abnehmen – geht das?

Die meisten Menschen verbinden das Abnehmen mit Verzicht. Jahrelang hat uns die Diät-Industrie Erfolgsgarantien gegeben, wenn man manche Lebensmittel und -mengen vollkommen aus seinem Essensplan verbannt.

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Heute hat sich die Kultur mit dem Body-Positivity-Movement zu einer positiveren Sicht auf das Essen gewandelt. Die Gesundheit und das Wohlfühlen stehen im Mittelpunkt. Was sind die Inhalte und Strategien dieser neuen Philosophie?

Mit Akzeptanz abnehmen

Body-Positivity wird als Anti-Diät-Konzept verstanden. Das heißt aber nicht, dass die Verfechter der Bewegung dagegen sind, dass Menschen einen schlankeren Körper verfolgen. Body-Positivity stellt sich aber gezielt gegen die Diätkultur, die besagt, dass der Wert eines Körpers und damit einer Person daran festgemacht wird, wie sie aussieht: Wer schlank ist, ist eine gute Person, und übergewichtigen Menschen moralisch überlegen.

Body-Positivity

Diätkultur

Körperakzeptanz. Selbstliebe ist das Ziel, aber nicht zwingen in der Body-Positivity enthalten. Es geht um die Akzeptanz, dass ein Körper/Mensch immer gleich wertvoll ist, egal, wie er aussieht.

Definiert den Wert einer Person anhand ihres Körpers und Aussehens. Wer übergewichtig ist, ist ein gescheiterter Mensch, dem die Schlanken überlegen sind.

Ein Mensch, der Body-Positivity lebt, akzeptiert seinen Körper so, wie er ist. Das heißt aber nicht, dass er nicht aus diversen Gründen darauf abzielen kann, abzunehmen. Nur, dass sich dadurch sein Wert nicht steigert. Das Ziel ist eher eine Selbstverbesserung, nicht das Erreichen eines bestimmten Körpers, damit man dann von anderen als wertvoll angesehen wird.

Das Grundkonzept klingt ein wenig konträr. Wer seinen Körper so akzeptiert, wie er ist, nimmt erfolgreicher ab. Es ist aber tatsächlich so. Es ist die positivere Grundeinstellung, die dabei hilft, besser auf sich achten zu wollen. Wer sich durch Selbsthass zum Abnehmen motiviert, für den ist Diät und Sport meist ein Mittel zur Geißelung. Kein Wunder also, wenn man sich nicht langfristig daranhalten möchte.

Das Abnehmen durch eine Ernährungsumstellung, das Finden von Bewegungsformen, die Spaß machen und ein liebevoller Umgang mit sich selbst, machen das Abnehmen zu etwas, das man nebenher macht, während man gut zu sich selbst ist.

Alternative Gesundheitskonzepte

Vielerorts werden Diäten heute komplett durch den HAES-Ansatz (Health at every Size) und verwandte Ideen abgelöst. Der Fokus liegt auf der Gesundheit und dem Wohlfühlen eines Menschen. Dabei wird die Gesundheit nicht mit einem Idealgewicht gleichgesetzt, sondern dem Level, an dem der Körper eines spezifischen Menschen gesund funktioniert. Dafür muss man, im Gegensatz zum Glauben vieler Menschen, nicht schlank sein. Das Abnehmen ist, wenn überhaupt, ein Nebeneffekt, den man für sich persönlich erreicht.

Die drei Säulen von Health at every Size:

  • Intuitive Ernährung
  • Spaß an Bewegung
  • Selbstakzeptanz

Intuitive Ernährung

Es hat sich schon lange herausgestellt, dass Diäten oft negative Auswirkungen auf das Gewicht haben, wie den Jo-Jo-Effekt. Eine gesunde Diät ist deshalb heute eine Ernährungsumstellung, die man im besten Fall für den Rest seines Lebens verfolgt. Das geht nur, wenn man die Umstellung auch durchhalten kann.

Der Ansatz der intuitiven Ernährung erlaubt es den Menschen dann das zu essen, nach dem sie sich fühlen. Dafür braucht es etwas Intuition. Man muss in der Lage sein in sich selbst hören zu können und herauszufinden, was es ist, nach dem der Körper da gerade verlangt. Die Vorstellung ist, dass das, wonach der Körper schreit, ein Nährstoff ist, der ihm fehlt. Diese kann man ihm meist auf gesunde und ungesündere Wege geben.  

Wer diesen Einblick in seine Biologie nicht hat, der findet viele kompetente Vorgaben zu einer gesunden Ernährungsumstellung. In der Regel verbieten sie keine Lebensmittel vollständig, sondern achten mehr darauf, was in welchen Maßen gegessen wird. So darf man sich immer satt essen und auch die Dinge gönnen, auf die man Heißhunger hat. Nur alles in gesunden Mengen und zu den richtigen Zeiten.

Spaß an Bewegung

Wer keinen Spaß an Bewegung hat, hat vermutlich nur noch nicht die richtige Bewegung gefunden. Leistungssport mit dem Ansatz, dabei abzunehmen, ist selten wirklich spaßig. Es gibt aber auch natürlichere Körperbewegungen, die ebenfalls zu der Gesundheit eines Menschen beitragen können. Spazieren und Tanzen sind zwei von ihnen. Nicht immer geht es darum, zu schwitzen. Manchmal reicht es simpel, sich zu bewegen, statt zu sitzen.

Das ideale Ziel ist es natürlich, einen Sport zu finden, der einem mehr als Spiel als Qual vorkommt, bei dem man die Anstrengung kaum merkt, weil man dabei Freude empfindet. Wichtig ist, dass Sport als fester Teil des gesunden Lebens gesehen wird. Nur die Art und Weise, wie man ihn integriert, kann hier abweichen. Leistung ist nicht das Ziel. Wer aber Ausdauer- und Kraftsport betreiben möchte, um persönliche Ziele zu erreichen, ist dazu eingeladen. Auch das kann unter Freude an Bewegung verstanden werden.

Selbstakzeptanz

Selbstakzeptanz ist schwer zu erreichen. Wer sie trainieren will, kann damit anfangen, Verfechtern der Body-Positivity-Movements zu folgen. Sie sind Positivbeispiele und teilen viele anregende Beiträge, aber auch Bilder, die alle Arten von Körpern zeigen. Wer sich statt Models regelmäßig andere Menschen und natürliche Körperformen anschaut, wird auch gegenüber sich selbst eine positivere Wahrnehmung entwickeln. Vielen hilft es, sich selbst als zweite Person zu sehen, um die man sich kümmert. Wenn man Freunden oder anderen Menschen auf der Straße positiv gestellt ist, sollte man die gleiche Akzeptanz auch sich selbst gegenüber zeigen.

Fazit

Die Body-Positivity ist keine Anti-Bewegung gegen das Abnehmen an sich. Tatsächlich kann sie dabei helfen, motiviert zu sein. Wer für seine Gesundheit und ein Wohlfühlgefühl Sport treibt und seine Ernährung umstellt, ist besser dazu gewappnet, dabei zu bleiben und Fortschritte zu erleben. Es geht darum, gut mit sich umzugehen, statt sich zu geißeln. Wenn eine Geißelung in Form von Sport oder Verzicht notwendig ist, ist sie immer noch leichter zu ertragen, wenn man es aus Liebe zu sich selbst tut und nicht, um sich zu strafen.

Bildrechte

© Foto von MART PRODUCTION von Pexels

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