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Fetzenmarkt - sehr viel Spaß für wenig Geld

Von Esoterikern wurde ich gefragt, ob es mich nicht störe, nicht zu wissen, welche „Energie“ an der Kleidung hängt - wer weiß, wer sie vorher getragen hat…

Begonnen hat alles, als ich 2010 nach Graz zog und meinen Partner kennen gelernt habe.

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Ohne Bilder ist es fad – andrerseits wollen viele Leute nicht persönlich aufscheinen. Deswegen sind hier keine Bilder von Fetzenmärkten in Graz - ein Flohmarktsstand in Frankfurt am Main.

Ich hatte gerade 20 kg in kurzer Zeit abgenommen und ob meines sehr einfachen Lebens am Land kaum Kleidung, aber auch wenig Geld, da ich gerade frisch getrennt war.

Dennoch lege ich sehr großen Wert auf schöne, elegante Sachen und liebe es, Ausgefallenes zu tragen. Horst kurz darauf angesprochen, dass ich kaum Geld für neue Kleidung habe, meinte, dann lass uns doch mal auf einen Fetzenmarkt gehen. In Wien sagt man Flohmarkt dazu, aber Fetzenmarkt gefällt mir irgendwie besser und passt zur Zweckerfüllung!

Nun gut, die ersten Male war ich beim Handeln noch nicht wirklich gut, habe meist sofort den Preis, der mir gesagt wurde, zahlen wollen und war schon über diesen oft sehr glücklich.

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Auch die Amerikaner kennen Fetzenmärkte (Flohmärkte): Brooklyn Flea in Fort Greene

Horst stand immer wieder nahe bei mir und griff anfangs noch ein, wenn er meinte, da ginge noch etwas und man könnte das Teil noch günstiger bekommen.

Sollte mir recht sein – auch Handeln muss gelernt sein.

Zu Beginn war ich der Meinung, ich befände mich im Paradies. Alles so günstig, so viele ausgefallene Kleidung und dann erst das Geschirr. Traumhaft!

Mittlerweile sind wir jede Woche, so wir in Graz sind und Zeit haben, am Markt. Es geht früh morgens los – Sonntags meist schon um 06:00, da um diese Zeit noch wenige Leute sind und man in aller Ruhe durchgehen kann und schauen und plaudern.

Das mit dem Plaudern ist so eine Sache!

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Es gibt wirklich schönere Teddybären (auch am Fetzenmarkt). Der hier erinnert aber an Mr. Bean und sorgt damit bei uns für Schmunzeln. 

Natürlich lernt man, wenn man regelmäßig geht und das tun wir seit 2 Jahren, auch die Aussteller kennen.

Da ist zum Beispiel dieser ältere Herr mit seinem herzigen Hund, den er meist dabei hat und den wunderschönen Kinderbüchern. Er lacht immer so freundlich, wenn er uns sieht. Es geht gar nicht anders, als einige Minuten bei ihm zu verweilen, um zu plaudern. Wenn meine Kids dabei sind, darf auch noch der Hund gestreichelt werden und jedem kaufe ich 1-2 Bücher. Unsere Sammlung ist bereits beachtlich, aber ich kann ja gar nicht anders, bei so viel Freundlichkeit und so günstigen Büchern!

Dann, auf einem anderen Flohmarkt ist U. – sie hat immer rund 30 Kisten mit Kleidung und daneben ihr Mann mit Alltagsramsch – guten Ramsch. Ich mag die beiden so gern und freu mich jedes Mal, wenn ich sie sehe. Ohne Frage wird geplaudert – meist so lange, dass Horst schon nach mir ruft, da er weiter möchte…

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Flohmarkt in Hong Kong

Ich könnte noch von einigen anderen wunderbaren Menschen auf den Märkten erzählen, aber das würde den Rahmen hier sprengen.

Abgesehen von meinen „Lieblingen“ freue ich mich ja Woche für Woche auf Neues und das findet man meist nur bei neuen Ausstellern oder jenen, die einmal im Jahr gehen und schnell alles loswerden wollen.

Die sind, unter uns gesagt, oft sehr gut, da sie günstig sind – nicht alle, aber viele. Die, die es nicht sind, haben oft Preisvorstellungen, die jenseits von Gut und Böse sind. Zu denen gehe ich einmal und wenn ich merke, die sind zu teuer, gehe ich auch nicht mehr hin!

Es gibt aber nebst dem immer so viel zu entdecken, wenn man etwas genauer schaut. Früher hätte ich mir das nie vorstellen können, in den Kisten zu kramen, aber mittlerweile tu ich mir nichts mehr an. Es ist spannend und man findet oft Dinge, die die Welt nicht braucht, die aber praktisch sind.

Das mit dem Günstig übrigens!

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Flohmärkte sind auch keine neuzeitliche Erfindung: „Am Trödelmarkt“, Signiert Th. Mesker, spätestens 1894

Also wenn ich anfangs noch mit großer Freude 10 Euro für ein Jones Kostüm gezahlt habe, so weiß ich mittlerweile, dass manche es auch um 5 Euro verkaufen. H & M Kleidung kaufe ich nicht mehr, denn wenn ich diese preislich in Relation mit wirklich schönen, ausgefallenen Klamotten sehe, interessiert es mich nicht, für Massenware dieser Qualität Geld auszugeben.

Man wird mit den Jahren wählerisch, aber sieht auch schnell wirklich schöne Sachen.

Als ich nach meiner Trennung nach Graz gezogen bin, hatte ich auch kaum Geschirr, Besteck oder sonstige Küchenutensilien (bis auf meine Backformen!).

Somit begann ich auf den Märkten einzelne Teller zu kaufen, die mir gefallen haben, auch den einen oder anderen Topf und natürlich Besteck und seltene Backformen. Wenn ich etwas besonders günstig bekomme, dann habe ich es auch 2-3 fach zu Hause – ich denke gerade an meine Quicheformen. Quiche machen ist meine Leidenschaft. Egal ob süß oder salzig…

Da wir regelmäßig Gäste bekommen, passiert es natürlich auch, dass mal etwas zu Bruch geht, vom Alltag mit den Kindern ganz zu schweigen. Was viele dann freut – ich bleibe ganz entspannt und finde es nicht weiter tragisch. Ein Teller fällt nun mal schnell runter oder ein Glas zerbricht auch leicht – so what?

Das ist der Vorteil, wenn man viele verschiedene hat, es fällt einfach nicht auf.

Warum tu ich mir das Woche für Woche an?

Ein wirklich entscheidender Punkt ist das Geld und der Nutzen.

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Ist schon wirklich interessant, was manche Leute alles am Dachboden finden.

Warum sollte ich in einen Laden gehen, Unmengen an Geld für neue Kleidung ausgeben, dich ich dann wahrscheinlich nur 2-3 Saisonen trage, da sie am Ende nicht mehr „in“ ist oder zerschlissen? Das geht bei vielen Materialien schneller, als mir lieb ist. Oft fand ich früher eh nicht das, was ich gesucht habe, also habe ich aufgehört zu suchen. All diese vielen Nachmittage in Klamottenläden, immer auf der Suche nach Ausgefallenem…. Vielleicht sollte ich auch noch dazu sagen, dass ich Tochter eines Textilgroßhändlers bin und ich auch die Einkaufspreise kenne und als Kind oft mit Papa bei Verhandlungen dabei gewesen bin.

Dann ist das Thema mit der „Nachhaltigkeit“. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Was wir nicht brauchen, landet im Müll, Neues kostet ja eh nicht viel…. So ein Unsinn!

Jammern, dass alles so teuer geworden ist und dann alles schnell entsorgen, wenn es nicht mehr passt.

Somit!

Nicht mehr jammern, sondern auch Gebrauchtes kaufen…

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Was hat mehr „schlechte Energie“? Gebrauchte Kleidung von sparsamen Menschen oder billiger Ramsch, chemieverseucht und von Kindern erzeugt? 

Von Esoterikern wurde ich gefragt, ob es mich nicht störe, nicht zu wissen, welche „Energie“ an der Kleidung hängt, denn wer weiß, wer sie vorher getragen hat… Halte ich persönlich für Blödsinn, wer hinterfragt denn, welches Kind das Stück genäht hat oder unter welchen Arbeitsbedingungen neue Kleidung hergestellt wird? Da hängt womöglich noch viel schlechtere „Energie“ d´ran…

Ich gebe jedes Teil, das ich kaufe, in die Waschmaschine, etwas Essig dazu – fertig!

An andere denke ich nicht, sondern freue mich über Klamotten, die passen, die oft bewundert werden, weil so ausgefallen oder elegant. Weil vielleicht genau wie auf mich zugeschneidert.

Das genieße ich, da ich damit meine Weiblichkeit unterstreichen kann und ich es mehr denn je genieße, mich schön zu kleiden.

Von dem Geld das ich mir für Kinderkleidung erspare, wenn ich es gebraucht kaufe, rede ich gar nicht! Kürzlich brauchte meine Mini etwas in grün, also kaufe ich in einem Laden ein grünes Kleidchen um €35,-… für 2-3 Mal tragen, denn grün brauchte sie nur für ihren Theaterauftritt, eigentlich gefällt es ihr ja gar nicht, die Farbe und überhaupt das Kleid ist viel zu weit…

Ich bin so froh, dass Horst ebenso gerne geht wie ich und wir beide den Sonntagvormittag auf diese Weise gemeinsam verbringen und Spaß dabei haben!!!

Sabine Zettl

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