Die empörenden Inhalte werden BelustigungseffektZurück
Wie will man den Beschuldigten eigentlich je auf die Schliche kommen, wenn man immer nur Unschuld vermutet? Aus der Attac - Graz - Newsredaktion.
Stéphane Hessel
Stéphane Hessel
„Indignez vous!“, „Empört Euch!“ ist der Titel eines Buches, das der ehemalige Resistance-Kämpfer Stéphane Hessel im Oktober 2010 in Paris veröffentlichte.
Der 93-jährige war offenbar fassungslos ob der Entscheidungen der französischen Regierung, seien es nun die Roma-Abschiebungen oder die Rentenreform, und stellte sich klar auf die Seite der Protestierenden. 3 Euro kostet das 32 Seiten starke Bändchen, das sich seit seinem Erscheinen in Frankreich bereits über 500.000 Mal verkauft hat. Auf die deutsche Übersetzung muss man leider noch warten.
Maischberger - Grasser: wo is mei Leistung?.
Die entfesselte Macht des Geldes und bis zur Unkenntlichkeit deregulierte Finanzmärkte prangert Hessel genauso an wie den Rückbau sozialer Errungenschaften, für die sich gerade seine Generation stark gemacht hatte.
Auch in Österreich gäbe es ja weiß Gott genügend Anlässe zur Empörung: Während die ÖVP nicht müde wird „Leistung muss sich lohnen“ zu trommeln, veröffentlicht der Falter die Suche einiger Verzweifelter im Dunstkreis des ehemaligen Beinahe-ÖVP-Kanzlerkandidaten und Ex-Finanzministers nach ebendieser Leistung (Zitat: „Wos woa mei Leistung? I hob mitkassiert, oda?“ Zitatende) nachdem sie zuvor horrende Summen kassiert hatten. Es kann sich also schon kräftig lohnen, auch wenn weit und breit noch keine Leistung in Sicht ist.
Auch deutsche Gewerkschaften
Nein, so kann das die ÖVP ja nicht gemeint haben mit der Leistung und außerdem gelten wieder jede Menge Unschuldsvermutungen (wie will man den Beschuldigten eigentlich je auf die Schliche kommen, wenn man immer nur Unschuld vermutet?). Obwohl, so ein schönes großes Transparenzkonto (schon wieder so ein ÖVP-Terminus) für KHG und seine Entourage hätte schon auch seinen Reiz.
Aber was mache ich hier eigentlich? Ich mach mich lustig, so wie die Kabarettisten im Audimax, die aus den Original-Abhörprotokollen vorlasen.
Durch einen anderen Showman in die Politik.
Und das ist dann das Perfide: KHG als „act“ im Showbusiness. Die empörenden Inhalte treten hinter den Belustigungseffekt und wenn Gras über die Sache gewachsen ist, wird Grasser vielleicht sogar wieder Finanzminister (der zwischenzeitlich halt Entertainer war).
Nein, so kann Stéphane Hessel das nicht gemeint haben mit der Empörung.
Also empören wir uns! Alle! Aber echt! Und vielleicht nicht grad, indem wir Rattenfängern, die einfache Lösungen anbieten, auf den Leim gehen, sondern konstruktiv Alternativen suchen.
© DI Jörg Knall, Attac Steiermark 
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