Passend zu hoffentlich sonnigen Ferien - aber immer zu beachtenZurück
Wer würde seinem Kind bewusst die Augen zerstören? Zu provokant, die Frage?
Kein neuer, aber ein sehr aktueller Bericht!!
Wer seine Augen nicht braucht um zu sehen, der wird sie brauchen um zu weinen. Jean Paul
Österreichs klinische Optometristen warnen vor zu starken Lichtintensitäten
Unsere Augen sind während der gesamten Wachperiode einer Lichtexpositur ausgesetzt. Neben dem sichtbaren Spektrum sind die Augen auch der Ultraviolettstrahlung und der Infrarotstrahlung ausgesetzt. Die durchschnittlich gestiegene Lebenserwartung und das geänderte Freizeitverhalten führen zu einer insgesamt vermehrten Energieabsorption durch das Auge.
Wohlstandserscheinungen wie alpiner Bergsport, oftmaliges Sonnenbaden, Solariumsbesuche, Ausübung von Wassersportarten und die verminderte Ozonschicht ergeben in Summe ein erhöhtes Gefahrenpotential für eine Lichtschädigung der Augen.
Durch die Ozonschicht in 20-50 Kilometer oberhalb der Erdoberfläche werden UV-Strahlen bis etwa 300 nm Wellenlänge absorbiert. Das restliche UV-Anteil und ein nicht zu unterschätzender sichtbarer Lichtanteil erreicht uns auf der Erdoberfläche. Wenn die Dosis der optischen Strahlung einen gewissen Wert übersteigt,
kommt es zu Schädigungen oder gar zum Zelltod beim menschlichen Organismus. Im Bereich des sichtbaren Lichtes und der infraroten Strahlung werden wir Menschen noch durch Empfindungen wie Blendung oder Hitze gewarnt.
So führt die "unsichtbare Energie" der ultravioletten Strahlung bereits bei kurzer Exposition zu Hautirritationen. Am Auge sind Schäden durch Ultraviolettstrahlung in der Regel erst nach einigen Stunden, Schäden durch kurzwellige sichtbare Strahlung gar erst nach Jahrzehnten bemerkbar. Im Gegensatz zum Lerneffekt nach einem Sonnenbrand der Haut, ist das Auge oft Jahrzehnte
hindurch einer zu hohen Lichtdosis ausgesetzt, weil weder Schmerzen noch Sehdefekte frühzeitig als Warnung auftreten.
Durch andauern hohe Lichteinwirkung kann es zu krankhaften Veränderungen der Hornhaut, der Augenlinse und der Netzhaut kommen. Je nach Wellenlängenbereich der Lichtstrahlung sind andere Augenteile gefährdet. Lichtenergien werden auf dem Weg zur Netzhaut in gewissen Wellenlängenbereichen beim Erwachsenen von den davor liegenden Augenmedien geschluckt und können dabei Schäden anrichten.

Hohe Lichtintensitäten verursachen Netzhautschäden
Das sensible Netzhautgewebe ist sehr anfällig für Lichtschäden. Dies ist auch ein Grund, weshalb das Auge bereits von Natur aus mit Schutzmechanismen gegenüber zu hohen Lichtdosen versehen ist. So führt eine Überdosis an sichtbarer Lichtstrahlung neben der Pupillenverengung auch einem vermehrten Lidschlag und zum Zusammenkneifen der Lider. Bei starker Blendung dreht man auch unwillkürlich den Kopf von der Strahlungsquelle weg.
Hornhaut, Augenlinse und Netzhaut leiden unter hohen Lichtintensitäten Es ist dringend abzuraten für einen längeren Zeitraum in Richtung einer stark blendenden Lichtquelle zu sehen oder sie sogar zu fokussieren. Eine dauerhafte Belastung mit starken Lichtintensitäten kann mit hoher Wahrscheinlichkeit bleibende Netzhautschäden begünstigen.
Moderne High End Sonnenbrillen filtern nicht nur im UV Bereich sondern auch im kurzwelligen sichtbaren Licht.
Durch Reflexion wird die Intensität der sichtbaren Strahlung sogar noch weiter verstärkt. So reflektiert Schnee je nach Verschmutzungsgrad zwischen 50%-95%, hellfarbiger Sand immer noch etwa 15% und Wasser etwa 5% der Strahlung. Grasbewuchs absorbiert dagegen die optische Strahlung nahezu gänzlich.
Kinder sind anfälliger für UV Schäden als Erwachsene
Die Volksmeinung, dass für Kinder eine Schirmmütze als Sonnenschutz ausreichend wäre, ist aufgrund der zuvor beschriebenen Reflexionen nicht korrekt. Kinder benötigen umso mehr noch als Erwachsene eine Sonnenbrille mit ausreichendem Lichtschutz, da der natürliche UV-Schutz der Augenlinse bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr noch nicht vollständig ausgeprägt ist!
Netzhautdefekte und Degenerationen in der Augenlinse sind meist nicht mehr wieder gut zu machen. Deshalb ist die Vermeidung eines Schadens die beste Strategie im Zusammenhang mit optischen Strahlenschäden am Auge. © Klinische Optometrie in Österreich