Körper und FrauZurück

Nächster Termin am 18.08.2010 um 20:30

Die Frau als Lustobjekt, als identitätslose Projektionsfläche für männliche Weiblichkeitsimaginationen, durch die Mode mit ihren artifiziellen Kleidungsnormen zur seelenlosen Anziehpuppe reduziert, durch die vorherrschende Werbeästhetik zum Übermittler Jelinek, wenn sie diese schon oft thematisierte Opfer-Täter-Dialektik in Sachen Mode nicht auf subtile Weise untergraben würde. In ihrem Monolog „Körper und Frau“ mit dem bezeichnenden Untertitel „Claudia“ meldet sich ein Unterwäschenmodel zu Wort, das sich
seiner Rolle in der Welt der männlichen Begierden, aber auch ihrer Bedeutung für die weiblichen Selbstanschauung durchaus bewusst ist. In der für Jelinek so typischen bildgewaltigen, obsessiven Sprache und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und
Selbstironie, führt sie ihren Zuhörern die ganze Perversität der Modewelt vor Augen.

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Ehrfurcht vor dem gesprochenen Wort

Dramagraz,Ernst Marianne Binder,ernstbinder,jahrtausendealt,europäische Tradition,Theater,Ehrfurcht,gesprochenes Wort,erzählen„Die jahrtausendealte europäische Tradition des Theaters gebietet uns Ehrfurcht vor dem gesprochenen Wort. Sie verlangt von uns, dass uns klar ist, was wir erzählen, und dass wir für unsere Darstellung und Haltung Verantwortung zu tragen haben. Es gibt eine Verpflichtung der zeitgenössischen Dramatik gegenüber, sie zu beachten und sie dem Publikum zu präsentieren. Mit der größtmöglichen Aufmerksamkeit und dem Mut, zu scheitern... Die Auseinandersetzung mit Menschschicksalen kann nie eine Auseinandersetzung in einer menschenleeren und seelenlosen Landschaft sein.

Und wer dem Spiel das Wort redet, dem sollte immer bewusst sein, dass dieses Spiel coram publico ausgetragen wird.“ © Ernst Marianne Binder / dramagraz

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