Krank am Arbeitsplatz: Mangelnde Hygiene gefährdet die GesundheitZurück
Der Hals schmerzt, die Nase läuft und das Fieberthermometer zeigt bereits 38 Grad Celsius - dennoch schleppt sich fast jeder zweite Arbeitnehmer krank ins Büro. Was in Deutschland gilt, ist sicher auch bei uns nicht anders.
Der Hals schmerzt, die Nase läuft und das Fieberthermometer zeigt bereits 38 Grad Celsius – dennoch schleppt sich fast jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland krank ins Büro, hat der Gesundheitsmonitor 2009 der Bertelsmann-Stiftung ermittelt. Ähnlich werden die zahlen wohl auch bei uns sein! „Das ist riskant", warnt Dr. Ulrike Roth, Arbeitsmedizinerin bei TÜV Rheinland, „denn wer krank arbeitet, ist nicht leistungsfähig, steckt die Kollegen an und riskiert Folgeerkrankungen wie eine Herzmuskel-entzündung."

Deshalb rät die Expertin, bei Fieber und starken Beschwerden lieber zu Hause zu bleiben. Doch auch am Arbeitsplatz – etwa in Meetings oder bei Kundenkontakten – lauert die Ansteckungsgefahr. Einfache Hygienemaßnahmen helfen, eine Krankheitswelle zu verhindern und die Belegschaft zu schützen.
Klassische Winter-krankheiten verbreiten sich durch Sekrettröpfchen, die beim Niesen oder Husten bis zu zwei Meter weit fliegen. Sie gelangen über die Hände auf Türklinken, Tastatur oder Telefon. Regelmäßiges Abwischen von Geräten, die mehrere Personen gemeinsam nutzen, und vor allem häufiges Händewaschen, minimieren das Ansteckungsrisiko.
Generell gilt: So selten wie möglich mit den Fingern Mund, Nase und Augen berühren und vermehrt die Hände waschen. In geschlossenen Räumen steigt die Erregerzahl in der Luft schnell an, Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfällig für Keime. Regelmäßiges Lüften senkt das Ansteckungsrisiko genauso wie häufige Spaziergänge im Freien, zum Beispiel in der Mittagspause.
Bei Besprechungen während der Erkältungszeit gilt: Abstand halten. Denn Keime werden meist auf direktem Weg durch Händeschütteln und Begrüßungs-küsschen übertragen. „Erkältete sollten auf direkten Kontakt verzichten und immer ausreichend Abstand zu Kollegen halten", rät Dr. Roth.
Wer niesen oder husten muss, soll-te dies eher in die Armbeuge als mit der Hand vor dem Mund. „Bessere Hygiene als Stofftaschentücher bieten Einmal-Papiertücher", betont die Arbeitsmedizinerin. Denn: Wer ein Taschentuch mehrmals benutzt, setzt sich immer wieder den schon im Taschentuch befindlichen Erregern aus. Gebrauchte Taschentücher sollten sofort entsorgt werden. © TÜV Rheinland