Euch kann ich´s ja sagen – nichts, aber schon absolut überhaupt gar nichts ist mir heiliger.. Wie kann ich dem Pferd gerecht werden? - fragt sich Daniela Kummer.
Die Stromrechnung ist für viele Haushalte ein fester Sorgenposten geworden. Wer zur Miete wohnt, hat dabei wenig Spielraum. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach kommt meist nicht in Frage.
Genau hier setzt das Balkonkraftwerk für Mieter an. Es besteht aus wenigen Solarmodulen, einem Wechselrichter und auf Wunsch einem Speicher. Montiert wird es am Balkongeländer, an der Fassade, auf dem Flachdach oder im Garten.
Auch Wohnungseigentümer nutzen solche Anlagen zunehmend. Sie haben mehr Entscheidungsfreiheit, müssen aber die Eigentümergemeinschaft einbinden. Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen liegen weniger in der Technik. Sie liegen in der Abstimmung mit anderen Beteiligten.
Dieser Beitrag erklärt, wie ein Balkonkraftwerk funktioniert, für wen es sich lohnt und wie sich die passende Anlage finden lässt. Verglichen werden Sets mit Speicher in verschiedenen Leistungsklassen und Montagearten. Hinzu kommen die Schritte von der Anmeldung bis zur Zustimmung des Vermieters. Am Ende steht eine klare Einschätzung, welche Lösung zu welchem Haushalt passt.
Stromkosten treffen beide Gruppen, weil sich der Grundverbrauch im Alltag kaum senken lässt. Kühlschrank, Router und Standby-Geräte laufen rund um die Uhr. Steigende Energiepreise schlagen daher direkt auf das Haushaltsbudget durch.
Ein typischer Abend zeigt das Problem. Nach der Arbeit laufen Herd, Waschmaschine und Fernseher fast gleichzeitig. Tagsüber steht die Wohnung leer, nur die Dauerverbraucher ziehen Strom. Genau dieses Muster entscheidet später darüber, wie sinnvoll ein Speicher ist.
Mieter und Eigentümer haben dabei unterschiedliche Hebel. Mieter können weder Heizung noch Dach verändern. Eigentümer dürfen mehr entscheiden, sind bei der Fassade aber an Beschlüsse der Gemeinschaft gebunden. Beide suchen daher Lösungen ohne große bauliche Eingriffe. Ein Balkonkraftwerk erfüllt diese Bedingung. Es lässt sich ohne Umbau montieren und bei einem Umzug wieder abbauen.
Ein Balkonkraftwerk wandelt Sonnenlicht in Strom um und speist ihn direkt ins Hausnetz ein. Die Solarzellen erzeugen dabei zunächst Gleichstrom. Haushaltsgeräte arbeiten jedoch mit Wechselstrom. Deshalb sitzt zwischen Modul und Steckdose ein Wechselrichter.
Der eingespeiste Strom fließt zuerst zu den Geräten, die gerade laufen. Der Stromzähler dreht sich dadurch langsamer. Erzeugt die Anlage mehr, als im Moment verbraucht wird, fließt der Überschuss ins öffentliche Netz. Ohne Speicher ist dieser Anteil für den Haushalt verloren.
Ein Rechenbeispiel macht den Mechanismus greifbar. Angenommen, die Anlage liefert zur Mittagszeit 600 Watt. Gleichzeitig laufen Kühlschrank, Router und Laptop mit zusammen 200 Watt. Diese 200 Watt deckt der Haushalt selbst. Die übrigen 400 Watt gehen ohne Speicher ins Netz. Mit Speicher landen sie im Akku und stehen am Abend für Herd oder Fernseher bereit.
Auch die Bauart der Module spielt eine Rolle. Glas-Glas-Module sind beidseitig mit Glas geschützt und gelten als robust gegen Witterung. Bifaziale Module nutzen zusätzlich das Licht, das auf ihre Rückseite fällt. Das bringt vor allem auf hellem Untergrund etwas, etwa auf einem Flachdach mit heller Oberfläche. Am Gitterbalkon vor einer dunklen Wand fällt dieser Vorteil geringer aus.
Realistische Erwartungen hängen an Ausrichtung und Schatten. Eine Südausrichtung bringt den höchsten Ertrag zur Mittagszeit. Ost oder West verteilen den Ertrag stärker auf Morgen und Abend. Schon ein Schatten durch Nachbarbalkone senkt die Leistung spürbar.
Die passende Größe ergibt sich aus Verbrauch, Ausrichtung und verfügbarer Fläche. Wer tagsüber kaum zu Hause ist, profitiert vor allem von einem Speicher. Wer im Homeoffice arbeitet, verbraucht mehr Strom zur Mittagszeit und nutzt ihn direkt.
Bei der Leistung lassen sich zwei Klassen unterscheiden. Sets mit der Bezeichnung 1000W/800W kombinieren mehr Modulleistung mit einer begrenzten Einspeiseleistung. Die Module liefern also mehr, als ins Hausnetz fließt. Der Mehrertrag füllt den Speicher oder hilft bei schwachem Licht. Sets mit 2000 Watt Modulleistung laden den Akku schneller und gleichen trübe Tage besser aus. Sie brauchen aber mehr Fläche und sind schwerer zu montieren.
Abgestimmte Komplettsets erleichtern Laien die Auswahl erheblich. Bei einem fertigen Balkonkraftwerk für Österreich mit Speicher passen Module, Halterung und Akku bereits zusammen. In den hier betrachteten Sets übernimmt die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro die Speicherung. Die Varianten unterscheiden sich vor allem in der Befestigung:
Preislich beginnen die Sets mit Speicher knapp über 2.000 Euro. Die größten Komplettsets mit 2000 Watt liegen unter 2.500 Euro. Der Speicher macht einen großen Teil dieser Kosten aus. Er lohnt sich daher vor allem dort, wo tagsüber viel Überschuss entsteht.
Vor der Inbetriebnahme stehen drei Schritte: Zustimmung einholen, Anlage anmelden, fachgerecht montieren. Ein Balkonkraftwerk ist legal, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind. Die Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber ist vorgeschrieben. Sie erfolgt meist über ein Formular, in dem Leistung und Wechselrichter angegeben werden.
Häufig wird die Frage gestellt, ob ein Balkonkraftwerk genehmigungsfrei ist. Die Antwort hat zwei Ebenen. Eine behördliche Baugenehmigung ist für kleine Steckeranlagen in der Regel nicht das Thema. Die Meldung beim Netzbetreiber und die Zustimmung von Vermieter oder Gemeinschaft bleiben aber notwendig.
Für Mieter gilt: Wer das Balkonkraftwerk installieren möchte, sollte zuerst den Vermieter fragen. Die Genehmigung des Vermieters wird am besten schriftlich festgehalten. Darin sollten Montageart, Befestigung und Rückbau beim Auszug geregelt sein. Welche Rechte Mieter im Einzelfall haben, hängt vom Mietvertrag und von der Art des Eingriffs ab. Bei Unklarheiten kann eine fachliche Beratung sinnvoll sein.
Die Montageart beeinflusst das Gespräch zwischen Mieter und Vermieter deutlich. Eine Klemmbefestigung am Gitterbalkon greift kaum in die Bausubstanz ein. Eine Wandmontage verändert dagegen die Fassade und wird kritischer gesehen. Eigentümer müssen solche Eingriffe meist mit der Gemeinschaft abstimmen.
Wer unsicher ist, kann das Balkonkraftwerk einbauen lassen. Eine Elektrofachkraft prüft dabei auch den Stromkreis. Das ist sinnvoll, wenn alte Leitungen oder ein fester Anschluss im Spiel sind.
Die Technik ist für beide Gruppen gleich, die Rahmenbedingungen unterscheiden sich deutlich. Mieter brauchen vor allem eine Lösung, die sich rückstandsfrei entfernen lässt. Eigentümer planen dagegen oft langfristig und wählen eher fest montierte Varianten.
Daraus folgen unterschiedliche Prioritäten bei der Auswahl. Für Mieter zählt die einfache Demontage mehr als der letzte Prozentpunkt Ertrag. Für Eigentümer lohnt sich eher eine aufwendigere Montage mit optimalem Winkel.
| Kriterium | Mieter | Wohnungseigentümer |
| Wer entscheidet | Vermieter muss zustimmen | Eigentümergemeinschaft bei Eingriffen in die Fassade |
| Bevorzugte Montage | Gitterbalkon, ohne Bohrung | Wandmontage, Schrägdach oder Flachdach möglich |
| Anmeldung | Beim Netzbetreiber erforderlich | Beim Netzbetreiber erforderlich |
| Umzug | Anlage wird mitgenommen | Anlage bleibt meist am Objekt |
| Planungshorizont | Flexibel, mobil | Langfristig, auf Ertrag optimiert |
| Speicher | Sinnvoll bei leerer Wohnung tagsüber | Sinnvoll bei hohem Abendverbrauch |
Für die meisten Mieter ist ein kompaktes Set mit Speicher am Gitterbalkon die ausgewogenste Wahl. Es kommt ohne Bohrung aus und erleichtert die Zustimmung. Die Variante 1000W/800W reicht für kleinere Haushalte meist aus. Sie braucht weniger Fläche als die großen Sets.
Eigentümer mit Flachdach oder Garten können mehr herausholen. Hier spielt das 2000-Watt-Set mit bifazialen Glas-Glas-Modulen seine Stärken aus. Der helle Untergrund steigert den Ertrag der Rückseite. Der größere Speicher deckt auch längere Abendphasen ab.
Ein Speicher lohnt sich nicht für jeden Haushalt gleich. Wer tagsüber viel Strom selbst verbraucht, nutzt den Solarstrom bereits direkt. Wer abends kocht und wäscht, profitiert deutlich stärker vom Akku. Vor dem Kauf hilft ein Blick auf den eigenen Tagesablauf. Er zeigt, wann der Strom tatsächlich gebraucht wird.
Die Anlage wird abgebaut und in die neue Wohnung mitgenommen. Am alten Standort sollte der Netzbetreiber über die Abmeldung informiert werden. Am neuen Standort ist eine erneute Anmeldung und gegebenenfalls eine neue Zustimmung nötig.
Das hängt stark vom eigenen Verbrauchsverhalten ab. Entscheidend ist, wie viel Solarstrom der Haushalt selbst nutzt. Je höher dieser Anteil, desto schneller rechnet sich die Anschaffung. Ausrichtung und Verschattung beeinflussen das Ergebnis zusätzlich.
Ja, allerdings deutlich weniger als im Sommer. Die Sonne steht tiefer und die Tage sind kürzer. Ein steiler Neigungswinkel kann die Ausbeute in den Wintermonaten verbessern. Schnee auf den Modulen unterbricht die Erzeugung, bis er abgerutscht oder entfernt ist.
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Bild wurde mit Nano Banana 2 erstellt