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Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

11.300 Tage… und noch ein bisschen mehr

31 Jahre: Das sind 372 Monate oder rund 11.300 Tage - das ist eine lange Zeit. Roland P. (35) ist seit 31 Jahre in der Mosaik GmbH. Mosaik ist für viele Menschen mit Behinderung ein wesentlicher Lebensmittelpunkt geworden. „Mosaik ist sehr wichtig für mich. Ich habe viele Freunde hier“, freut sich Roland P. Was ist nun aber das Besonders, das Schätzenswerte an Mosaik?

Start in Tobelbad

„Ich habe 1977 im Kindergarten im Morreeschlössel in Tobelbad begonnen“, erzählt Roland P. Dieser Sonderkindergarten wurde damals vom Elternverein „Steirische Vereinigung für Menschen mit Behinderung“ (STVMB, vormals STVBKJ) – aus eigener Betroffenheit heraus – gegründet.

Heute verfügt die Mosaik GmbH über einen großen Heilpädagogischen Kindergarten, der integrativ geführt wird. Das bedeutet, dass sowohl Kinder mit- als auch Kinder ohne Behinderung dort aufgenommen werden. Insgesamt besuchen über 80 Kinder den Heilpädagogischen Kindergarten, rund 20 davon haben eine oder mehrere Behinderungen.

Schulheim mit einem…

Doch zurück zur Roland P.: „1980 bin ich dann in die Landessonderschule auf dem Gelände der jetzigen Mosaik GmbH gekommen. Dort habe ich bis 1990 im Schulheim gewohnt“, erinnert sich der 35jährige. Die Übersiedelung auf das Gelände des ehemaligen Grazer Klosters der „Schwestern zum guten Hirten“ wurde bald notwendig, da neben der wachsenden Anzahl an Kindern sich auch ihre Bedürfnisse veränderten.

Viele Kinder kamen damals aus den verschiedenen Regionen der Steiermark und hatten es schwer, jeden Tag nach Hause zu pendeln. Daher wurde ab 1978 ein Schulheim eingerichtet, das ebenfalls bis heute Bestand hat. Während früher die Kinder meist nur am Wochenende heimfuhren, sind heute die „internen Kinder“ in der Minderzahl. Nur gut ein Viertel der 70 Kinder bleibt – aus unterschiedlichsten Gründen – die ganze Woche im Schulheim der Mosaik GmbH; alle anderen nutzen die Tagesbetreuung, bei der sie am Abend wieder nach Hause fahren.

…Wunderland der Sinne

„Mir gefällt am Schulheim besonders das Mirabilis“, meint Roland P. dazu. Mit Recht, denn Mirabilis – das Wunderland der Sinne ® - ist eine Schulheimgruppe, die sich wirklich sehen lassen kann. 1994 fuhr eine Gruppe engagierter SchulheimbetreuerInnen in die Niederlande, um dort das Konzept des „Snoezelen“ kennen zu lernen. Die Idee dahinter ist, dass hier auf spielerische Weise zwischenmenschliche Interaktionen gefördert und grundlegende Entwicklungsprozesse angeregt werden.

So können beispielsweise Kinder, die einen Rollstuhl benützen, im Bällchenbad des Aktivraums wieder lernen, ihre eigenen Körpergrenzen zu spüren. Für besonders aktive Kinder bietet sich der Ruheraum an, der mit einem Wasserbett und einer Klangwiege ausgestattet ist. Hier werden sie auf sanfte Weise ruhiger und entspannter. Für besondere Erlebnisse sorgen der Whirlpool und der Pränatalraum.
Letzterer soll auf eine Reise in die Zeit vor der Geburt einladen, welche für viele Menschen – unbewusst – als die glücklichste Zeit im Leben gilt. Auf einem Wasserbett, ausgestattet mit einem hautfarbenen Baldachin und durch die Einspielung von Herztönen und Körpergeräuschen, kann diese Zeit in aller Ruhe und Stille nachempfunden werden.

Tageswerkstätten

Neben den Wohnangeboten gibt es auch Arbeitsmöglichkeiten in Mosaik. Dazu Roland P.: „Seit dem Jahr 1991 arbeite ich in der Tageswerkstätte Unikat“. Neben dieser Werkstätte verfügt die Mosaik GmbH aber auch noch über eine Tages-werkstätte Deutschlandsberg (seit 1981) und eine Tageswerkstätte in Köflach (ebenfalls seit 1981). Im Haupthaus in Graz befindet sich seit 1994 die Werkstätte HIK. Seit 2005 gibt es auch die Tagesstätte Körösi, die erste Tagesstätte im Angebot der Mosaik GmbH, die nach der neuen Leistungsverordnung des Landes Steiermark errichtet wurde.

Die verschiedenen produktiv-kreativen Werkstätten stellen unterschiedlichste Produkte her wie verschiedenste Tonwaren, Fleckerlteppiche, Holzarbeiten, Filzprodukte und vieles mehr. Oft erweisen sich die Werkstätten als wahrer Geheimtipp für die Suche nach einem hübschen und individuellen Geschenk. Neben kreativen Arbeiten übernimmt beispielsweise die Werkstätte Unikat auch Auftragsarbeiten für Fremdfirmen. Ein aktueller Auftrag ist das Sortieren von Kleiderbügeln.

 

Künstlerisch wertvoll

Viele KlientInnen drücken ihre Gefühle und Gedanken auch durch die Malerei aus. Karl H., ein Künstler aus der Werkstätte HIK, bewies sein Talent in diesem Jahr bereits bei seiner ersten öffentlichen Vernissage in der pädagogischen Akademie am Grazer Hasnerplatz.

Gelebte Integration

Auch Roland P. ist eine wichtige Stütze, wenn es um verschiedene Auftrags-arbeiten innerhalb von Mosaik geht. „Seit 16 Jahren arbeite ich im Übungsbüro, das ist ein Teilbereich der Werkstätte Unikat. Dort mache ich Dienstpläne, Artikeln für den Mosaik „Newsletter“ und diverse andere Arbeiten. Seit Februar 2007 mache ich mit Frau G. von der Öffentlichkeitsarbeit Hausführungen im Mosaik. Das ist eine tolle Herausforderung für mich.“

Dazu Frau G.: „Roland bringt einen reichen Erfahrungsschatz über Mosaik mit – er ist wirklich eine große Hilfe bei den Führungen. Außerdem hilft er mir oft in stressigen Zeiten, was mir meine Arbeit sehr erleichtert.“ Integration von Menschen mit Behinderung ist also nicht nur ein „geflügeltes Wort“ in Mosaik, sondern wird auch aktiv und jeden Tag gelebt.

 

Die haben Hippos! Oder doch etwa „nur“ Pferde?

Fast 800 KlientInnen werden täglich von den 350 MitarbeiterInnen betreut. Die meisten davon nutzen die zahlreichen Therapiemöglichkeiten des Mosaik Ambulatoriums, das bereits sein 25jähriges Bestehen feierte. Ein besonderes Highlight neben Phyiso-, Ergo-, und Musiktherapie ist die Hippotherapie. Diese physiotherapeutische Maßnahme wird auf dem Rücken von Pferden durchgeführt. Durch die dreidimensionale Rückenbewegung der Vierbeiner werden u.a. der Spannungszustand der Muskulatur günstig beeinflusst, Gelenke mobilisiert und alle Sinne geschult. „Pferde sind nicht so meins, da muss ich immer niesen“, meint Roland P. zur Hippotherapie. „Ich hab’ dafür Logopädie, um meine Aussprache zu schulen“.

Seit mittlerweile zehn Jahren wird Mosaik als gemeinnütziges Non-Profit-Unternehmen von der STVMB geführt. Beständigkeit sowie hohe Qualität in der täglichen Arbeit zeichnen das Unternehmen aus. Dazu gehört neben der hohen beruflichen Qualifikation der MitarbeiterInnen auch die Bereitschaft, auf die Bedürfnisse der Menschen mit einer Behinderung einzugehen, selbstbestimmtes Leben zuzulassen und zu fördern. Wie sieht das Roland P., als Betroffener? „Das funktioniert in Mosaik super, nur weiter so!“

Weitere Angebote der Mosaik GmbH in der Steiermark

 

Therapieaußenstellen 

Bruck a. d. Mur
Weiz
Fürstenfeld

0 - 6

Interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung, Graz und Deutschlandsberg

0 - 60

Familienentlastungsdienst, Graz und Deutschlandsberg

Arbeitseingliederung nach Beendigung der Schulpflicht

Eingliederungshilfe Konditorei Mosaik, Deutschlandsberg
Eingliederungshilfe Café Mosaik, Wies

Wohnangebote nach Beendigung der Schulpflicht

Übergangs-Trainings-Wohnbereich, Graz
Trainingswohnung Flosslend, Graz
Betreutes Wohnen Schererstraße, Graz
Wohnassistenz, Graz und Deutschlandsberg

Beratung und Information

Die Bunte Rampe, Graz
Mosaik Bibliothek - Öffentliche Fachbibliothek für HeilPädagogik, Kinderbücherei, Graz

Mosaik GmbH
Betreuung, Förderung und Beratung behinderter Menschen
Wiener Straße 148, 8020 Graz
Tel. 0316/68 98 66-111
Fax 0316/68 98 66-119
Karte und Routenplan, Mail, Homepage

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