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Ein Grund zum Aufatmen – Arbeitslosenzahlen sanken im April wieder leicht

In den letzten Wochen haben wir einen traurigen Rekord verzeichnen müssen: Noch nie hatte es so viele Menschen in Österreich ohne Arbeit gegeben.

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Die Arbeitslosenzahlen sanken in Graz im April leicht und Corona fegte zu manchen Zeiten auch die Herrengasse leer

Und auch in unserer schönen Steiermark hat sich die Zahl der Arbeitssuchenden im Vergleich zum Vorjahr von 31.500 auf 63.000 mehr als verdoppelt. Doch nun scheint der Höhepunkt vorerst erreicht zu sein!

Der letzte Monat

Aufgrund der wirtschaftlichen Umstände stiegen die Zahlen der Arbeitslosen im Vergleich zu April 2019 um 58% auf 571.000 Menschen. Im internationalen Vergleich liegt Österreich damit sogar noch hinter Deutschland, wo die Zahl um 19% gestiegen ist. Besonders Frauen waren in Österreich betroffen, die in den Branchen Tourismus und Gastronomie arbeiteten. Schaut man sich die regionale Auswertung an, war die größte Zunahme in Gleisdorf, gefolgt von Weiz und Voitsberg. Aber auch im Bezirk Murau hat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 120 Prozent zugenommen. Lediglich im Ennstal, im Murtal sowie im Raum Graz-Umgebung lag der Zuwachs unter 100 Prozent.

Besonders junge Menschen in der Steiermark betroffen

Dass es junge Menschen, denen die Arbeitserfahrung fehle, oder Studenten, die ihr Studium mit Jobben in den Dienstleistungsbranchen verdienen, als erstes treffe, sei ein bekanntes Muster, sagt Karl-Heinz Snobe vom AMS Steiermark: „Bei jeder krisenhaften Situation in den vergangenen 30 Jahren ist es so gewesen, dass zu Beginn einer Krise vor allem die jungen Beschäftigten am stärksten betroffen sind. Wir sehen, dass die Arbeitslosigkeit bei Menschen unter 25 deutlich stärker gestiegen ist – nämlich um 125 Prozent – als bei Menschen im Haupterwerbsalter oder bei Älteren – hier ist es genau umgekehrt: Die kleinste Steigerung, sie macht 67 Prozent aus, ist bei Menschen über 50 zu verzeichnen“.

Beste Chancen für junge Menschen bei Wiederaufschwung

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Auch Studenten der Grazer Universitäten (hier die Karl-Franzens-Universität Graz) helfen sich, wie viele junge Menschen in Österreich, mit Nebenjobs

Kurioserweise dreht sich dieses Modell aber gerade wieder um, da Österreich seit April sich endlich wieder im wirtschaftlichen Aufschwung befindet. Und vor allem junge Leute haben jetzt als allererstes die Chance auf eine Arbeitsstelle. Snobe erklärt weiter: „Tatsächlich dreht sich bei einer positiven Arbeitsmarktentwicklung die Situation wieder um. Menschen, die jünger sind, haben wieder bessere Chancen, Unternehmen stellen lieber jüngere Arbeitskräfte, auch arbeitssuchende Menschen ein. Menschen im Haupterwerbsalter kommen als nächster dran, und wenn man über 50 ist, hat man es auch nach einer krisenhaften Situation, also bei besserer Arbeitsmarktlage, am schwersten.“

Österreicher bereits auf Heimarbeit eingestellt

Diese Zahlen allein sagen aber nicht allzu viel aus, da viele Menschen unter den verschiedensten Bedingungen weiterarbeiten. So gehören beispielsweise Arbeitnehmer, die normalerweise mehrere Jobs haben und nun einen davon niederlegen mussten, gar nicht zu dieser Statistik dazu. Wiederum andere haben gar keine Arbeitslosigkeit angemeldet, da sie sich schon frühzeitig um neue Arbeitsplätze beworben haben, die Heimarbeit in Vollzeit anbieten. So hatten bereit 10% aller Österreicher seit mindestens 2019 einen Job inne, den sie Vollzeit im Homeoffice erledigen konnten. Zu den neueren Statistiken werden auch Nebentätigkeiten und Studentenjobs gezählt, wodurch sich als Dunkelziffer 16% geschätzte Österreicher online etwas dazuverdienen und für Krisen vorgesorgt haben.

Neue Jobchancen

Der Arbeitsklimaindex der Arbeitskammer (AK) von Oberösterreich deutet an, dass ca. 2.000 neue Stellen jährlich auf Basis von Heimarbeit in Zukunft errichtet werden sollen. Und laut der AK begrüßen das etwa 40% aller österreichischen Arbeitnehmer. Um die Idee sogar noch schneller umzusetzen, müssen aber nicht nur die Arbeitgeber sondern auch die Arbeitnehmer umdenken und sich für neue Formen des Arbeitens öffnen. Nur 7% aller Österreicher sind sich bewusst, dass es nicht immer einen Abschluss in Computerwissenschaften benötigt, um Geld von zu Hause aus zu verdienen. 890.000 Österreicher machen es bereits vor: Sie arbeiten als Content Writer, persönliche Assistenten für Webseiten, betreiben einen Blog, testen gegen ein kleines Entgelt Apps, Browsergames und online Spielautomaten, oder machen ihre Kreativität durch affiliate Marketing bei Instagram, Facebook und Youtube zu Geld und überbrücken so mit diesen kleinen Rücklagen auch eine große Krise.

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