Weg vom Rauchen - ob Sie wollen oder nicht: Rauchen aufhören
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Die Reform des Glücksspielgesetzes, auf die sich die Bundesregierung Ende Juni 2026 geeinigt hat, dreht sich genau um dieses Online-Spiel am Handy.
Bisher darf in Österreich nur ein einziges Unternehmen legal Onlineglücksspiel anbieten, künftig sollen es mehrere sein. Wer schon jetzt sehen möchte, welche Anbieter um österreichische Kundschaft werben und mit welcher Lizenz sie das tun, findet in Testübersichten zu Online Casinos Österreich Vergleiche zu Lizenzherkunft und Auszahlungsdauer. Für Leserinnen und Leser in Graz lohnt sich aber vor allem ein Blick auf den Kalender, denn hier treffen mehrere Fristen fast gleichzeitig aufeinander.
Wer am Jakominiplatz aus der Straßenbahn steigt, kommt an zwei Automatensalons mit benachbarten Hausnummern vorbei: Nummer 15 gehört zur PA Entertainment & Automaten AG, Nummer 16 zu Admiral. Am Verkehrsknoten im Bezirk Jakomini sieht man gut, wie das sogenannte kleine Glücksspiel in der Steiermark organisiert ist: ausschließlich in Salons, nie als einzelner Automat im Wirtshaus. Laut der aktuellen Liste des Landes Steiermark (Stand August 2026) gibt es im Grazer Stadtgebiet 21 Salonstandorte mit zusammen 286 Automaten, im ganzen Bundesland sind es 1.012. Gespielt wird aber längst auch dort, wo kein Land eine Bewilligung erteilt: am Handy.
Das legale Onlineangebot liegt derzeit allein bei win2day, der Plattform der Österreichischen Lotterien. Deren Konzession läuft laut Finanzministerium bis 30. September 2027. Alle anderen Seiten, die mit Slots oder Roulette um Spieler aus der Steiermark werben, haben keine österreichische Konzession, auch wenn sie eine Lizenz aus Malta oder einem anderen Land vorweisen. Viele Betroffene haben in den vergangenen Jahren ihre Verluste vor Gericht zurückgefordert, das Finanzministerium spricht von rund 20.000 geschädigten Spielerinnen und Spielern.
Die Regierungsvorlage (594 der Beilagen) ändert das Prinzip. Statt einer einzigen Konzession soll es ein offenes Verfahren geben: Wer Sitz in der EU oder im EWR hat und die strengen Voraussetzungen erfüllt, kann sich bewerben. Eine Obergrenze für Onlinekonzessionen ist nicht vorgesehen. Die Zahl 13, die oft im Zusammenhang mit der Reform genannt wird, betrifft die Spielbanken, also die klassischen Casinos.
Für Graz ballen sich die Termine in einem einzigen Quartal. Am 30. September 2027 endet die Konzession von win2day, ab 1. Oktober 2027 sollen die neuen Onlinekonzessionen gelten, erteilt werden können sie schon ab Jänner 2027. Am 13. Dezember 2027 laufen laut Finanzministerium die steirischen Landesbewilligungen von Admiral und PA aus, die Grazer Salons hängen also an einer Entscheidung des Landes. Und am 31. Dezember 2027 endet die Konzession für das Casino Graz in der Landhausgasse, gemeinsam mit jenen für Bregenz, Innsbruck, Linz, Salzburg und Wien.
Für die Spielbanken sieht die Reform 13 Konzessionen vor, die auch in Paketen vergeben werden dürfen. Bei den Automaten gelten künftig strengere Regeln: höchstens 5 € Einsatz pro Spiel, mindestens zwei Sekunden pro Spiel, Einzahlungslimits auch am Gerät und nach 90 Minuten eine Pause von 15 Minuten. Für bereits bewilligte Landesautomaten greifen diese Vorgaben laut Parlamentskorrespondenz erst ab 1. Jänner 2031. Wie das mit steirischen Bewilligungen zusammenpasst, die schon im Dezember 2027 enden, wird das Land beantworten müssen.
Der wichtigste Punkt für Spielerinnen und Spieler ist ein zentrales Sperrregister. Es erfasst Sperren aus dem Casino genauso wie aus dem Netz, eine Selbstsperre gilt also nicht mehr nur bei einem einzelnen Betreiber. Dazu kommen Einzahlungslimits, die anbieterübergreifend kontrolliert werden. Für Menschen zwischen 18 und 26 Jahren sieht der Entwurf niedrigere Limits vor, was in einer Stadt mit über 60.000 Studierenden eine ganze Generation betrifft.
Gegen illegale Seiten setzt der Bund auf Netzsperren und Payment Blocking, also das Unterbinden von Zahlungen an nicht konzessionierte Anbieter. Diese Instrumente sollen ab 1. Jänner 2027 greifen. Mehr Auswahl bei legalen Online Casinos ist damit realistisch, aber erst mit Oktober 2027.
Beschlossen ist noch nichts. Die Vorlage liegt seit 5. August 2026 im Nationalrat, Anfang Oktober war sie noch nicht abgestimmt. Weil der Entwurf der Europäischen Kommission zur Prüfung übermittelt wurde, gilt eine dreimonatige Stillhaltefrist, ein Beschluss ist frühestens ab November möglich. Bis dahin bleibt win2day der einzige legale Onlineanbieter, und für alle anderen Seiten ändert sich rechtlich nichts.
Einen praktischen Hinweis gibt der Entwurf trotzdem. Anbieter, die bisher ohne österreichische Konzession tätig waren, müssen ihr Angebot bis spätestens 31. Dezember 2026 einstellen, wenn sie sich später bewerben wollen. Welche Marken im Jänner aus Österreich verschwinden, sagt also einiges darüber aus, wer ernsthaft eine Konzession anstrebt.
Der verlässlichste Weg führt zur Liste der Konzessionäre und Ausspielbewilligten des Finanzministeriums. Dort stehen derzeit als Konzessionäre des Bundes die Österreichischen Lotterien mit win2day und die Casinos Austria mit ihren zwölf Spielbanken. Darunter folgen die Betreiber der Automatensalons in den Bundesländern, jeweils mit der Laufzeit ihrer Bewilligung. Sobald neue Onlinekonzessionen vergeben sind, ist diese Liste der erste Ort zum Nachschlagen. Ein Siegel aus Malta oder Curaçao auf der Startseite ersetzt keine österreichische Konzession, und ein fehlendes Impressum mit Firmensitz ist ein Warnsignal.
Wer merkt, dass das Spielen mehr Zeit oder Geld kostet als geplant, findet in Graz Hilfe bei b.a.s. in der Dreihackengasse 1 (Telefon 0316 821199), wo auch die Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark angesiedelt ist. Ob am Jakominiplatz nach Dezember 2027 noch dieselben Schilder hängen, entscheidet das Land Steiermark. Welche Apps am Handy legal sind, entscheidet ab Oktober 2027 der Bund.
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