Euch kann ich´s ja sagen – nichts, aber schon absolut überhaupt gar nichts ist mir heiliger.. Wie kann ich dem Pferd gerecht werden? - fragt sich Daniela Kummer.
Wer Mobile Gaming für eine unwichtige Nische hält, verkennt die Realität. Spiele-Apps auf dem Handy gehören für Millionen Österreicher zum Alltag. Sämtliche Altersgruppen durchforsten die App Stores nach neuen Spielen.
Probleme bereiten Dark Patterns, die auf unseriöse Weise zu In-App-Käufen anregen. Studien unterstützen die Bundesregierung, Regelungen zu ersinnen. In diesem Artikel wird untersucht, was Österreicher vom Mobile Gaming erwarten.
Laut einer Umfrage, die der Österreichische Verband für Unterhaltungssoftware 2023 in Auftrag gegeben hat, vertreiben sich 5,8 Millionen Österreicher die Zeit mit Videospielen. Zu 54 % sind Smartphones und Tablets das Gerät der Wahl, noch vor Konsolen (40 %) und dem PC (27 %). Interessanterweise geben nur 46 % der Österreicher an, Spiele digital zu kaufen. 39 % erwerben neue Titel nach wie vor auf physischen Datenträgern.
Junge Österreicher wenden sich am häufigsten mobilen Spiele-Apps zu. Allerdings geben sich ältere Generationen ebenso gern Zerstreuungen auf dem Smartphone hin. 34 % starten jeden oder fast jeden Tag ein Spiel, 19 % mehrmals die Woche. Das Durchschnittsalter liegt mit 38,1 Jahren höher als Vorurteile dem Zeitvertreib manchmal zuschreiben.
Österreicher unterhalten sich gern in einem Online Casino Österreich. Ob Spielautomaten, Gameshows oder Roulette an Tischen im Live-Stream: Moderne Spieleseiten präsentieren ein breit gefächertes Portfolio. Auszahlungsraten reichen zum Teil bis 99 %, etwa beim Blackjack, solange strategisch perfekte Entscheidungen getroffen werden.
Das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation hat 2024 im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz eine Studie zum Mobile Gaming durchgeführt. 55 % der Schüler zwischen zehn und 19 Jahren haben demzufolge bereits Mikrotransaktionen getätigt. Jährlich werden etwa 170 € für Spiele-Apps ausgegeben. Hervorzuheben ist, dass 73 % der Ausgaben auf ein Zehntel der Befragten entfallen. Ähnlich wie bei anderen Altersgruppen kristallisieren sich also „Wale“ heraus: Spieler, die mit Abstand die meisten In-Game-Käufe durchführen. Prepaid-Karten sind zu 64 % das meistgenutzte Zahlungsmittel. Denn: PayPal und andere Zahlungsdienste fordern in den AGB ein Mindestalter von 18 Jahren.
Ältere Generationen tätigen deutlich seltener In-App-Käufe. Dark Patterns wie die künstliche Verknappung digitaler Gegenstände, die jüngere Nutzer zu einer Kaufentscheidung drängen, sind bei älteren Österreichern weniger wirksam. Casual Games (Puzzle-, Rätsel- und Wortsuchspiele) erzeugen zudem seltener FOMO: Angst, etwas zu verpassen. In Multiplayer-Spielen werden oft Ausrüstungsgegenstände und Skins verkauft, die in Matches von anderen Nutzern gesehen und bewundert werden. Soziale Medien verstärken diesen Effekt, rufen Stress und Neid hervor.
Spiele-Apps müssen auf unterschiedlichen Smartphones eine gescheite Performance vorweisen. Selbst auf älteren Geräten dürfen Ladezeiten nicht zu lang ausfallen. Beim Genre müssen sich die Entwickler im Vorfeld überlegen, wer angesprochen werden soll. Während jüngere Nutzer Action undSport den Vorzug geben, sind ältere Gamer eher von Denksport und Quizspielen angetan. Idealerweise werden englischsprachige Titel nicht maschinell übersetzt. Wer bei der Lokalisation sprachliche und kulturelle Besonderheiten einfließen lässt, verschafft sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
Die meisten Mobile Games sind free-to-play. Sprich: Kostenloser Download, optionale Mikrotransaktionen. Wer In-App-Käufe ablehnt, muss Wartezeiten hinnehmen. Manche Titel sind frecher konzipiert als andere. Während viele Spiele ohne Ausgaben durchzuspielen sind, errichten andere Entwickler eine fast undurchdringbare Barriere. Nutzer werden mal subtiler, mal offensichtlicher zum In-App-Kauf animiert. Push-Benachrichtigungen, Gamification und auffällig platzierte Schaltflächen sind bewährte Mittel, die hierbei zum Einsatz kommen.
Österreicher wissen, dass Free-to-play-Spiele finanziert werden müssen. Dennoch wird ein fairer Umgang erwartet. Dark Patterns werden als manipulativ erachtet. Negative Bewertungen im App Store sind die Folge.
Leider ist der Datenschutz bei mobilen Spiele-Apps oft unzureichend. Entwickler sammeln Daten zum Standort und Kontakten, um zielgerichtet Werbung einzublenden. Nur Apps aus dem Google Play Store oder dem Apple App Store sind als sicher anzusehen. Apps, die über den Browser installiert werden, können dem System Schaden zufügen. Konten sind mit sicheren Passwörtern, Passkeys und/oder einer Zwei-Faktor-Authentisierung zu schützen. Zahlungsinformationen sind nach Möglichkeit geheimzuhalten. In-App-Käufe lassen sich über den Mobilfunkanbieter oder Prepaid-Karten anonym abwickeln.
Unabhängig von der Altersgruppe ist das Smartphone zum ständigen Begleiter geworden. Familienmitglieder, Freunde und Kollegen tauschen mobil Nachrichten aus. Online-Bestellungen werden immer häufiger mobil abgegeben. Informationen werden mobil herausgesucht, statt umständlich im Lexikon nachzuschlagen. Neben Gaming laden Musik- und Video-Streaming ein, zur alltäglichen Unterhaltung beizutragen.
Das unkomplizierte Bezahlen beeinflusst das Kaufverhalten. Plötzliche Impulskäufe, die aus Langeweile oder Werbung im Social-Media-Feed resultieren, nehmen zu. Durch die gesammelten Daten und personalisierte Werbung steigt die Zahlungsbereitschaft. Viele Nutzer suchen vor dem Kauf Informationen, vergleichen Preise und sichten Bewertungen. Zunehmend wird bei dieser Produktrecherche auf KI vertraut.
Mobile Gaming ist keine Freizeitaktivität für Kinder und Jugendliche. Alle Altersgruppen frönen Spiele-Apps, auch wenn die Genres voneinander abweichen. Nutzer wünschen sich faire Geschäftsmodelle, die von Dark Patterns möglichst absehen. Spiele müssen technisch einwandfrei laufen, Abstürze sind unbedingt zu vermeiden. Lokalisierte Spiele, die kulturelle Eigenheiten berücksichtigen, werden besonders geschätzt.
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