Hinter den meisten Gratis-Spielen steckt ein Geschäftsmodell, das genau darauf setzt: kleine Beträge, oft und bequem bezahlt. Wer die Mechaniken kennt, fällt seltener darauf herein. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen summieren sich die Ausgaben in Einzelfällen auf mehrere Tausend Euro.
Warum In-App-Käufe so leicht passieren
Der wichtigste Trick ist die Spielwährung. Kristalle, Juwelen oder Münzen werden zwar mit Euro gekauft, im Spiel selbst tauchen aber nur noch Fantasiebeträge auf. Ein Paket mit 500 Kristallen fühlt sich anders an als 4,99 Euro, und Restbeträge, die nie ganz aufgehen, laden zum nächsten Kauf ein. Dazu kommen Countdown-Angebote, die nur noch wenige Stunden gelten, und eine Bezahlung per Fingerabdruck, die keine Sekunde Nachdenken verlangt. Manche Spiele zeigen zudem die teuersten Pakete zuerst, damit kleinere danach günstig wirken.
Im Online-Casino stellt sich diese Frage anders, weil dort von Anfang an mit Echtgeld gespielt wird. An den Spielautomaten von verde casino steht der Einsatz pro Drehung in Euro da, so wie in jedem anderen Online-Casino auch, und Bonusangebote oder Freispiele sind an nachlesbare Bedingungen geknüpft. In seriösen Online-Casinos lässt sich das Budget außerdem über Einzahlungslimits im Spielerkonto festlegen, bevor die erste Runde beginnt.
Hinzu kommt sozialer Druck. Viele Spiele zeigen, was Freunde schon freigeschaltet haben, oder belohnen tägliches Einloggen mit Serien, die beim ersten verpassten Tag verfallen. Wer eine Serie von 30 Tagen nicht verlieren will, kauft im Zweifel lieber einen Schutz dafür. Ranglisten und Clans erhöhen den Druck, mit den anderen mitzuhalten.
Die häufigsten Kostenfallen in Handyspielen
Nicht jeder Kauf ist eine Falle. Ein werbefreies Spiel für ein paar Euro oder eine Erweiterung mit klarem Inhalt sind faire Angebote. Kritisch wird es dort, wo der Preis verschleiert ist oder sich wiederholt, ohne dass es auffällt. Die meisten erfolgreichen Handyspiele kombinieren mehrere dieser Mechaniken.
| Kostenfalle | So funktioniert sie | Darauf achten |
| Spielwährung | Euro werden in Kristalle oder Münzen umgerechnet, Pakete passen selten genau zum Preis eines Gegenstands | Preis immer in Euro zurückrechnen |
| Lootboxen | Kisten oder Kartenpakete mit zufälligem Inhalt, der gewünschte Gegenstand kommt oft erst nach vielen Käufen | Hinweis auf zufällige Objekte in der USK-Kennzeichnung |
| Battle Pass und Abos | saisonale oder monatliche Zahlungen, die sich automatisch verlängern | Abos in den Store-Einstellungen prüfen und kündigen |
| Starterpakete und Zeitangebote | stark reduzierte Pakete mit Countdown | fragen, ob man das Paket auch ohne Zeitdruck kaufen würde |
| Energie und Wartezeiten | Spielzüge sind begrenzt, Warten lässt sich gegen Geld abkürzen | Wartezeit als natürliche Pause nutzen |
Lootboxen sind in Deutschland rechtlich kein Glücksspiel, weil sich ihr Inhalt nicht direkt in echtes Geld zurücktauschen lässt. Belgien sieht das seit 2018 anders und hat kostenpflichtige Lootboxen untersagt. Hierzulande berücksichtigt die USK solche Zufallskäufe seit 2023 bei der Altersfreigabe und weist in der Kennzeichnung mit "In-Game-Käufe" und "zufällige Objekte" darauf hin. Für Eltern ist die Kennzeichnung im App Store oder auf der Verpackung damit ein erster Hinweis, ob ein Spiel solche Mechaniken enthält.
In-App-Käufe auf dem Smartphone begrenzen
Schutzfunktionen haben beide großen Plattformen eingebaut, nur sind sie selten von Anfang an aktiv. Eingeschaltet sind sie in wenigen Minuten. Unabhängig vom Gerät setzt eine Guthabenkarte statt hinterlegter Kreditkarte eine feste Obergrenze.
Einstellungen für iPhone und iPad
Auf Apple-Geräten liegen die wichtigsten Schalter in der Bildschirmzeit. Unter den Beschränkungen lassen sich In-App-Käufe ganz sperren oder an ein Passwort binden, das bei jedem Kauf abgefragt wird. Die Einstellungen sind mit einem eigenen Code geschützt, den Kinder nicht kennen sollten.
Für Kinder eignet sich die Familienfreigabe: Mit der Funktion "Kaufanfrage" landet jeder Kaufwunsch erst bei den Eltern, die ihn auf dem eigenen Gerät bestätigen oder ablehnen. Wer zusätzlich die Bestätigung von Käufen per Face ID abschaltet, verhindert, dass ein Blick aufs Display zum Bezahlen reicht.
Schutz bei Android und Google Play
Google Play hat in den Einstellungen den Punkt "Authentifizierung für Käufe erforderlich". Dort lässt sich festlegen, dass jeder Kauf mit Passwort oder Fingerabdruck bestätigt werden muss. Eltern können Käufe ihrer Kinder außerdem über Google Family Link genehmigen und dort auch Altersstufen für Apps festlegen.
Geld für ungewollte Käufe zurückholen
Ist der Kauf schon passiert, zählt Tempo. Hat ein Kind ohne Erlaubnis eingekauft, kann der Kauf nach Angaben der Verbraucherzentrale rechtlich unwirksam sein, vor allem bei höheren Beträgen. Bei Erwachsenen ist die Erstattung dagegen oft eine Kulanzfrage der Stores. Diese Wege führen meist zum Ziel:
- Bei Apple über die Seite reportaproblem.apple.com eine Rückerstattung beantragen.
- Bei Google Play innerhalb von 48 Stunden direkt im Store, später über den Entwickler der App.
- Bei Abos die automatische Verlängerung in den Store-Einstellungen beenden, damit keine weitere Abbuchung folgt.
- Lief die Zahlung über die Handyrechnung, beim Mobilfunkanbieter reklamieren und für die Zukunft eine Drittanbietersperre einrichten lassen.
Hilfreich sind dabei Datum, Betrag und der Name des Spiels, alles steht im Kaufverlauf des jeweiligen Stores. Kommt keine Einigung zustande, beraten die Verbraucherzentralen weiter.