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Lese-Rechtschreib-Schwäche

Bereits nach einigen Monaten des ersten Schuljahres sind Anzeichen für eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) erkennbar. Meist haben die Kinder Probleme, gesprochene Wörter in einzelne Laute zu zerlegen bzw. es fällt ihnen schwer, beim Lesen die Buchstaben zu Wörtern zu verschmelzen.
Anfangs bemerkt man, dass Buchstaben wie b / d, p / q, u / n oder ähnlich klingende Laute wie e / i, o / u, d / t verwechselt werden.
Die Reihenfolge in Wörtern wird vertauscht oder es werden nur Wortfragmente geschrieben. Einige Kinder schreiben spiegelverkehrt.

Das Lesen erfolgt stockend und mit ungenauer Betonung. Der Sinn des Textes kann nicht erfasst und wiedergegeben werden.
Vorlesen erfolgt nur mit Verzögerung und die Zeile wird verloren.

Wenn mehrere der oben angeführten Auffälligkeiten bei Ihrem Kind zutreffen, ist es sinnvoll eine Legasthenietrainer oder Lernberater aufzusuchen, um mittels eines umfassenden Tests feststellen zu können ob eine Lese-Rechtschreib-Schwäche vorliegt.

Aufgrund dieses Tests wird bei Bedarf ein eigenes Förderprogramm erstellt. Der Test zeigt auch auf, wenn eine Legasthenie vorliegt. Der Test dauert ca. 1 – 1/2 Stunden umfasst Übungen zur räumlichen Orientierung, Lautdifferenzierung, Li-Re-Koordination, Aufnahmefähigkeit uvm.
Im Nachgespräch wird das Ergebnis und die weitere Vorgehensweise besprochen.
Eine Feststellung von Legasthenie muss jedoch der Schulpsychologe veranlassen und durchführen.

Legasthenie ist keine Krankheit und in den meisten Fällen auch intelligenzunabhängig. Diese Schwierigkeiten sind auch nicht erziehungsbedingt oder umweltbedingt, hängen nicht mit unzureichendem Schulunterricht zusammen und sind auch nicht auf eine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung zurückzuführen.

Oftmals sind Entwicklungsrückstände, wie z.B. die Links-Rechts-Koordination (entwickelt sich in der Krabbelphase) mitverantwortlich für eine LRS.

Fördern statt überfordern!
ist hier die Devise. Ihr Kind hat viele Erfahrungen gemacht und fühlt sich vielleicht nicht so gut wie die anderen und hat auch schon Sätze gehört, übe mehr – lese mehr – und trotz diesen Bemühungen hat sich der Zustand nicht wirklich verbessert. Demotivation – Trotz sind nun Verhaltensformen, womit das Kind zeigen möchte, dass es überfordert ist, sich unter Druck gesetzt fühlt. Üben ist wichtig, jedoch sollte man den Betroffen nicht überfordern. Falsches Üben schadet eher als dass es nützt.

Kinder mit LRS bzw. Legasthenie brauchen eine spezielle Aufbereitung des Lernstoffes, damit dieser im Gehirn dauerhaft verankert werden kann. Falsches Üben bewirkt beim Kind nur Druck und daraus resultieren Frusterlebnisse.

Beispiel:
Diktate können nicht durch Diktate geübt werden, wenn das Kind z.B. eine Störung im auditiven Kurzzeitgedächtnis hat und sich somit einen Text bzw. Wörter nicht merken kann.
Hier ist zunächst an der Hörwahrnehmung zu arbeiten. Die Hörverarbeitungszentren des Gehirns wird angeregt um eine schnellere und effektivere Arbeitsweise zu erlangen. Erst dann wird durch Hilfe verschiedene Lernstrategien und –methoden an der Speicherung von Wortlaut und Wortbild gearbeitet.

Wichtig ist nun, dass sich Ihr Kind ernst genommen und nicht mit seinem Problem „allein-gelassen“ fühlt. Zeigen Sie, dass Sie diese Schwierigkeiten erkannt haben und somit können Sie dem Kind den Druck, der auf ihm liegt, nehmen.

In einer Beratungsstelle für LRS bzw. Legasthenie wird zunächst ein ausführliches Gespräch geführt, wo alle Entwicklungsstadien des Kindes besprochen werden. Weiters werden bislang vielleicht unerkannte Seh- oder Hörschwächen abgeklärt bzw. ob Unregelmäßigkeiten bei der Blicksteuerung, phonologische Schwächen usw. vorliegen. Sie und Ihr Kind berichten über die beobachteten Auffälligkeiten in der Schule bzw. im Alltag.

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