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Häufige Fragen und profunde Antworten

Woher kommen Läuse eigentlich?

Kurz gesagt: von einem Kopf! Es gibt keine anderen "Lausnester"; Läuse springen weder von einem Baum ins Haar, noch können sie durch ein Haustier übertragen werden. Auch sitzen sie nicht in der Spielecke des Kindergartens und warten bis morgens die Kinder endlich kommen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Kopfhaar; und dies tun sie anscheinend schon lange. So hat man z. B. bei Ausgrabungen von Mumien aus dem alten Ägypten Läuse und Nissen in deren Haaren gefunden.

Wie kommen die Nissen in die Haare?

Es gibt nur einen Weg, wie Nissen in die Haare kommen: ein Lausweibchen klebt die Nissen an die Haare. Pro Tag können dies bis 10 Stück sein. Einfach "Nissen auflesen" kann man nicht.

Bekommen auch Kinder mit kurzen Haaren Läuse?

Die Länge der Haare hat wenig Einfluss darauf, ob jemand mit Läusen angesteckt wird oder nicht. Nur bei keinen oder ganz kurzen (kürzer als 2cm!) Haaren haben die Läuse nichts, um sich zu halten und lassen sich daher hier auch nicht nieder. Kurze Haare haben zwar den Vorteil, dass es einfacher ist, die Läuse und Nissen zu finden und zu entfernen, aber sie sind keine Schutz vor einem Befall.

Welche Lausarten nisten sich beim Menschen überhaupt ein und wo?

Drei verschiedene Arten von Läusen leben auf dem Menschen: Die Kopflaus, die Kleiderlaus und die Filzlaus. Sie alle gehören zu den Tierläuse von denen insgesamt etwa 415 Arten bekannt sind.

Die Kopflaus lebt nur in den Kopfhaaren. Die Kleiderlaus lebt in Säumen, Nähten und Falten von Kleidern. Sie ist heute in unseren Breiten sehr selten geworden. Die Filzlaus befällt vor allem die behaarten Stellen des Genitalbereichs, kann aber auch in anderen haarigen Partien wie Achselhöhlen, Augenbrauen- und Wimpern oder bei Männern im Barthaar vorkommen. Filzläuse werden fast ausschliesslich durch Geschlechtsverkehr übertragen und ein Befall mit Filzläusen zählt deshalb auch mit Recht zu den Geschlechtskrankheiten.

Hat Lausbefall mit Hygiene zu tun?

Lausbefall hat nichts mit Hygiene zu tun. Auch tägliches Haare waschen schützt nicht vor Läusen! Lausbefall kommt vor allem da vor, wo Gruppen von Menschen zusammenkommen und durch direkten Kopf zu Kopf Kontakt die Läuse die Möglichkeit zur Ausbreitung haben. Gerade zu Kriegszeiten war dies nicht selten der Fall und die Läuse hatten sozusagen einen "freien Wirkungsraum". Dass in solchen Massenlagern u. ä. dann viele Kopfläuse vorkamen, hatte nichts mit der Hygiene zu tun. Leider führt dieses Klischee auch heute noch dazu, dass viele Eltern einen Lausbefall verheimlichen und damit den Läusen Zeit geben, sich auszubreiten.

Kann man einem Lausbefall vorbeugen?

Einen sicheren Schutz vor Läusen gibt es nicht, aber man kann schon einiges unternehmen... Klicken sie hier

Wie merke ich, dass mein Kind Läuse hat?

Nicht immer muss es jucken, wenn man Läuse hat. Das sicherste Zeichen für einen Kopflausbefall sind Nissen in den Haaren. Wenn also in der sozialen Umgebung (Kindergarten, Schule, Kinderkrippe, Turnverein, Spielkameraden etc.) Lausbefall bekannt ist, dann sollten Sie keine Zeit verlieren und die Haare genau auf Nissen absuchen. Das selbe gilt selbstverständlich, wenn Ihr Kind öfters am Kopf kratzt. Wie sie dazu vorgehen, erfahren Sie hier.

Was passiert, wenn man nichts unternimmt? Sind Läuse gefährlich?

Läuse sind zwar lästig, aber harmlos. Durch Kopfläuse übertragbare Krankheiten sind in unseren Breiten schon lange nicht mehr vorgekommen. Allerdings kann es zu allergischen Reaktionen auf die Fäkalien und den Speichel der Laus kommen, oder die Verletzungen der Haut können zu Infektionen führen, die sich dann oft in nässenden Ausschlägen zeigen. Dennoch: Ruhig Blut, wenn die Läuse aufmarschiert sind, auch wenn man sie nicht beim ersten Versuch in den Griff bekommt! Mit täglichen Kontrollen und dem konsequenten Entfernen der Nissen löst sich das Problem bestimmt. Folgen Sie unserer Schritt für Schritt Strategie.

In welchen Ländern sind Läuse besonders häufig?

Kopfläuse sind in der Altersgruppe der 5–12jährigen Kindern in allen Ländern häufig. So spricht man von 6 bis 12 Millionen Fällen pro Jahr allein in Amerika! (Clore ER, Longyear LA. Comprehensive pediculosis screening programms for elementary schools. J. School Health, 1990, 60(5):212-214 und Sokoloff F. Indentification and management of pediculosis. Nurse Pract, 1994, 9(8);62-64). Damit ist Kopflausbefall häufiger als alle anderen ansteckenden Kinderkrankheiten zusammen! (Donnelly E, et al. Pediculosis prevention and control strategies of community health and school nurses. J. Community. Hlth Nurs, 1991. 8(2)85-95. In Entwicklungsländern sind die Möglichkeiten für Massnahmen oft sehr eingeschränkt und die Produkte nur schwer erhältlich oder gar nicht erschwinglich. So sind in einigen dieser Länder über die Hälfte aller Schulkinder befallen.

Gibt es eine Meldepflicht bei Lausbefall?

Nein, es gibt keine Meldepflicht. Aber die Frage nach der Meldepflicht trifft den Nagel tatsächlich auf den Kopf, denn genau an diesem Punkt muss eine erfolgreichen Lausbekämpfung ansetzen:

frühes Erkennen, sofortiges Behandeln, Verhindern von Übertragung und regelmässige Kontrollen

von z.B. der ganzen Klasse oder dem ganzen Kindergarten. Haben die Läuse erst einmal Zeit gehabt, sich unbehindert zu verbreiten, wird es schwieriger...

Hier ein Auszug aus der Melde-Verordnung des (Schweizer) Bundesamt für Gesundheit (BAG) vom Februar 1999: "Meldungen dienen dazu, Krankheitsausbrüche früh zu erkennen, die epidemiologische Lage regional und in der Schweiz zu überwachen und vorbeugende Massnahmen laufend zu evaluieren. Die Ergebnisse eines guten Meldesystems kommen den Beteiligten selbst (Diagnostik, Beratung) und der ganzen Bevölkerung (verminderte Zahl der Erkrankungen und Behinderungen) zugut. Zur Meldung verpflichtet sind Ärztinnen, Ärzte, Laborleiterinnnen und Laborleiter. Es gilt die Regel: "wer diagnostiziert, meldet". ......... Die Verordnung sieht hingegen keine Meldepflicht für Apothekerinnen und Apotheker oder andere Medizinalpersonen vor. Ein gutes Meldesystem lebt von einer hohen Beteiligung; hohe Dunkelziffern beeinträchtigen die Aussagekraft erheblich."

Zur Zeit gelten diese Bestimmungen für 35 Diagnosen; der Befall mit Kopfläusen gehört nicht dazu. Bei den Richtlinien für einen Läusebefall nennt das BAG unter "D. Meldepflicht": " Keine (Meldepflicht). Ausbrüche unter Schulkindern sollten dem zuständigen Schularzt zur Kenntnis gebracht werden.

Kopfläuse können sehr lästig sein, sind aber für die Gesundheit der Betroffenen relativ ungefährlich.

Im schlimmsten Fall kommt es durch Kratzen zu lokalen Entzündungen auf der Kopfhaut; aber Krankheiten, wie z.B. bei Zecken, werden durch Kopfläuse nicht übertragen. Der Krankheitswert bei Lausbefall ist also sehr gering, wenn man dies mit den anderen, oft lebensgefährlichen Krankheiten vergleicht, die unter die 35 Diagnosen mit Meldepflicht fallen.

Hinzu kommt, dass gerade durch diesen geringen Krankheitswert nur in den wenigsten Fällen eine Ärztin oder ein Arzt zugezogen wird. Dies bedeutet, dass ein Meldesystem sehr unvollständig wäre und damit eine hohe Dunkelziffer entstehen würde. Die Voraussetzungen für die gute Aussagekraft einer Meldepflicht bei Lausbefall sind damit sehr ungünstig.

Unsere österreichischen Politiker und Politikerinnen sehen das anders! 

Dagegen ist es natürlich sinnvoll, dass Kindergärtnerinnen, Lehrer, Heimleiter etc. eine Lausbefall umgehend dem Schulärztlichen Dienst melden, damit einheitliche Informationsblätter verteilt und entsprechende Massnahmen eingeleitet werden können.

Leider verschweigen immer noch viele Eltern aus falschen Schamgefühlen oder Vorurteilen einen Lausbefall und verhindern damit eine frühe und möglichst effiziente Intervention.

Weder Eltern noch Lehrer können jedoch einer Meldepflicht unterstellt werden. Dazu muss man auch sagen, dass ein Lausbefall oft erst spät entdeckt wird, wenn man nicht "hellhörig" dafür ist oder wenig Erfahrung damit hat.

In Österreich schon!

Soll man Kinder mit Läusen von der Schule ausschliessen?

Dieses Kapitel nur zur Info, wie die Schweizer dies sehen.

Es hat sich gezeigt, dass durch diese Maßnahme zu viele Kinder vom Unterricht ausgeschlossen werden; die Diagnose "Kopflausbefall" wird oft übereilig gestellt! Und in jenen Fällen, wo wirklich Läuse vorhanden sind, waren diese meistens schon Wochen bis Monate vorher da. Auch werden durch einen Schulausschluss Kinder stigmatisiert und die Situation beruhigt sich in keiner Weise. Abwesenheit wegen Läusen kann sich rasch summieren- was in keinem Verhältnis zum wohl lästigen aber harmlosen Problem "Läuse" steht.

Betroffene Kinder sollen also nicht nach Hause geschickt werden. Mit umfassender Instruktion von Eltern und Lehrkräften und regelmässigen Kontrollen werden bessere Erfolge erzielt. Zuständig für Fragen zu diesem Thema sind die jeweiligen Schulärztlichen Dienste. Die Frage wird von Kanton zu Kanton und Schule zu Schule nicht einheitlich beantwortet. 

Können auch Haustiere die Läuse übertragen?

Nein! Kopfläuse brauchen menschliches Blut zum Überleben. Es gibt zwar Hunde- und Katzenläuse (und noch viele anderen Läusearten) aber die wiederum können mit uns Menschen nichts anfangen!

Es gibt also wirklich keinen Grund, bei Lausbefall in der Familie Haustiere zu behandeln.

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