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Warum das Leben eines österreichischen Musikers kein leichtes ist und wie es das werden könnte

Manch einer mag einen gewissen Stolz verspüren, wenn da die Rede von Österreich, dem Land der Musik, dem Land der großen Künstler, ist.

Dieser Stolz aus dem Land zu sein, aus dem so viele der Großen kommen, die so viel Großes geleistet haben. Quasi ein Nachfolger dieser Leute zu sein, oder so… Ein anderer fragt sich vielleicht, wo sie denn alle sind, die großen Musiker. Nun kann man diesen Sachverhalt durchaus aus zweierlei Blickwinkel betrachten. Mozart… tot. Schubert… tot. Haydn… tot. Falco… tot. Conchita Wurst…

Ja, die lebt natürlich noch, doch ist sie in mehreren Belangen eine Ausnahmeerscheinung. Offensichtlich sind also all diese großen österreichischen Musiker Vergangenheit. Das kann man so sehen - ganz richtig liegt man damit jedoch nicht. Zwar scheinen die großen, im Sinne von „international erfolgreichen“, Künstler der Vergangenheit anzugehören. Doch ändert man sein eigenes Verständnis des Begriffs „groß“ dahingehen, dass groß auch für „großartig“ stehen kann, dann wird man schnell merken, dass das Land voll mit großen Musikern ist. Doch merkt man das erst, wenn man eigenständig nach ihnen zu sucht. Denn zugetragen werden einem diese Künstler bislang nur in den seltensten Fällen.

Vom musikalischen Exzess…

Klar, in manchen Fällen mag es passieren. In manchen sogar derart exzessiv, dass man diesen wenigen Liedern nicht mehr entkommt. Selbst bei guten Bands bleibt irgendwann nicht mehr, als das Gefühl des drohenden Wahnsinns, wenn man dieses eine, eigentlich tolle Melodie zum elften Mal in den vergangenen fünf Stunden ertragen muss. Da möchte man nur noch laufen, doch man entkommt ihm doch nicht. Schade um das Lied, schade um die Band. In Wirklichkeit wäre es auch gar nicht nötig, diesen einen Künstler zu Tode zu spielen. Schließlich gibt es so viele gute Musik.

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Witchrider - Stonerrock aus Graz / Foto: Philipp Seidnitzer

Eine Pflichtquote für österreichische Musik im Radio gibt es in Österreich bislang nicht. Manch großer Radiosender versucht mit nur wenigen heimischen Bands einen Airplay-Anteil von rund zehn Prozent österreichischer Musik zusammenzubekommen. Dabei wäre es doch viel einfacher und zielführender sich ernsthaft mit der Musikszene auseinanderzusetzen und auf diesem Wege einen viel größeren Anteil an heimischer Musik zu erreichen, ohne einige wenige Künstler totzuspielen.

…und der harten Realität

Es ist doch nur logisch sich auch auf musikalischer Ebene in der Umgebung umzusehen. Denn sobald man das tut, wird man auch fündig. Das gilt sowohl für den Musikhörer, wie auch für -journalisten und Medienverantwortliche. Dass auch die Künstler ihr Möglichstes tun müssen, um wahrgenommen zu werden, versteht sich von selbst. Aber leider ist es nicht so einfach mit dem Vorsatz viele Konzerte zu spielen und dann auch tatsächlich viele Konzerte zu spielen. Oft bleibt nur die Möglichkeit in sehr kleinen Locations vor einer Handvoll Menschen aufzutreten. So erklärt sich auch der nicht abnehmen wollende Erfolg von Bandcontests. Bei solchen Veranstaltungen müssen die Bands selbst Startgebühren bezahlen, die immer höher werden, wenn nicht sogar ein bestimmtes Kontingent an Tickets vom Veranstalter kaufen. Diese Tickets dürfen die Bands dann zwar selbst weiterverkaufen, doch auch das wirtschaftliche Risiko wälzt der Veranstalter auf diese Art auf die Bands ab. Bleibt die Band auf den Tickets sitzen, haben sie auch den finanziellen Schaden. Bei der Veranstaltung selbst haben die Bands dann rund zwölf Minuten Zeit, um zu zeigen wer sie sind und was sie können. Natürlich ist das Publikum bei diesen Veranstaltungen immer durchaus ansehnlich und man hat auch die Chance vor neuen Leuten zu spielen. Die Möglichkeit einen Gig zu spielen wollen sich eben die wenigsten Bands entgehen lassen. Doch der Weg dorthin ist kein schöner.

Von grotesken Angeboten seitens vieler Lokale und Restaurants, die Bands anbieten gratis spielen zu „dürfen“, um ihre Musik zu verbreiten, will man gar nicht reden. Oft vergessen die Menschen, welch ein Aufwand hinter einer Band steckt. Angefangen bei dem zeitlichen Aufwand, den vielen Proben, dem großen kreativen und geistigen Aufwand, dem Songwriting. Gegebenenfalls soll auch noch eine Demo EP aufgenommen werden. Die Kosten hierfür und natürlich für die Ausrüstung – Instrumente, Verstärker, Mikros, Proberaum usw. – können schnell in astronomische Höhen steigen. Da erklärt es sich von selbst, dass drei Freigetränke und ein warmes Essen auf Dauer nicht genug sind, um eine Band am Leben zu halten.

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WAELDER - Dubstep & Noise in Harmonie / Foto: Philipp Seidnitzer

Die logische Konsequenz sollten vernünftige Förderprogramme sein. Doch immer wieder fragen sich Bands, aus welchen Grund die eine Band, oder das eine Projekt, gefördert wird, die eigene Band jedoch leer ausgeht.  Man merkt, dass es mit Geld alleine nicht getan sein kann, sondern dass viel mehr in die Infrastruktur investiert werden muss. Es braucht leistbare Studios und Proberäume. Es braucht Locations, die den Künstlern eine faire Möglichkeit geben aufzutreten und es braucht Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Tourneen, speziell auch für internationale Tourneen. Es braucht aber auch eine Musikpresse, die Verantwortung übernimmt, nicht wie die Lemminge den großen Stars nachläuft und in ihren Sendungen und auf ihren Titelseiten wiederholen, was schon zwölfmal geschrieben wurde. Ja, wir kennen Metallica und auch Rihanna ist uns ein Begriff. Ob man sie mag, vergöttert oder nicht. Rihanna  rutscht der BH-Träger runter und Metallica betreten in FlipFlops ein Nobelgeschäft in London. Ganz ehrlich, wen interessiert es?

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Kein blindes Loblied auf österreichische Musik, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit der heimischen Musikszene.

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