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Ein umstrittener Deal zwischen EU-Regierungschefs und Türkei

Zu einem signifikanten Rücklauf der ankommenden Flüchtenden auf den griechischen Inseln, allen voran Lesbos, ist es seit dem Deal nicht gekommen.

Eine Vielzahl von internationalen Rettungsteams und freiwillige Helferinnen und Helfer aus den verschiedensten Ländern.

Die Situation verschlimmert sich mental auch dadurch, dass so viel Leid in einer wunderschönen Urlaubslandschaft passieren kann.
Die Situation verschlimmert sich mental auch dadurch, dass so viel Leid in einer wunderschönen Urlaubslandschaft passieren kann. Ein Klick vergrößert die Bilder!

Ankara soll der EU bei der Realisierung der Festung Europa helfen,...

...im Gegenzug wurde eine Aufhebung der Visa-Pflicht für türkische Bürgerinnen und Bürger und eine erneute Intensivierung der EU-Beitrittsverhandlungen in Aussicht gestellt. Drei Milliarden Euro lässt sich die Europäische Union diesen Handel, den zahlreiche Kritikerinnen und Kritiker als Ausverkauf der Menschenrechte bezeichnen, kosten. Denn dass

die Türkei, die sich in der Vergangenheit nicht gerade durch den Schutz grundlegender Freiheitsrechte ausgezeichnet hat,

diese “Hilfsgelder”, wie vereinbart, tatsächlich auch in Flüchtlingsprojekte investiert, darf angezweifelt werden. Erst gestern forderte der türkische Europa-Minister, die drei Milliarden Euro sollen innerhalb eines Jahres ausgezahlt werden, über die Vergabe der Mittel soll, anders als ursprünglich geplant, Ankara alleine entscheiden dürfen.

Um den Schein von Kooperationsbereitschaft zu vermitteln, folgten nur Stunden nach dem Sondergipfel am 29. November seitens der türkischen Behörden Masseninhaftierungen von Schutzsuchenden,....

Menschenwürdig? Nach so langer Zeit hat sich immer noch nicht für jede(n) Ankommende(n) ein Dach über dem Kopf gefunden. Herbergsuche 2015.
Menschenwürdig? Nach so langer Zeit hat sich immer noch nicht für jede(n) Ankommende(n) ein Dach über dem Kopf gefunden. Herbergsuche 2015.

....die offenbar gerade dabei waren, die gefährliche Überfahrt auf die griechische Insel Lesbos zu wagen.

Außerdem patrouillierte die türkische Küstenwache seitdem verstärkt in manchen der stärker frequentieren See-Fluchtrouten, so etwa um die Region Canakkale. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Dogan sollen zuletzt festgenommene Flüchtende in Internierungslager gebracht worden sein, von wo aus sie teilweise auch in den Irak und Syrien zurückgeschoben werden.

In einem von Amnesty International veröffentlichten Bericht

wird zudem der Vorwurf erhoben, festgenommene Flüchtlinge, würden vor die Wahl gestellt werden,

  • in Haft genommen oder
  • in ihre Herkunftsländer, wo Krieg herrscht, zurückgeschickt zu werden.

Mehrere dieser Haftzentren würden, so der AI-Bericht weiter, bereits jetzt von EU-Geldern finanziert werden. 

Kinder können im wahrsten Sinne des Wortes manches überspielen. Sie werden aber lange an den Traumata der Flucht und der Zustände in ihrer Heimat leiden.
Kinder können im wahrsten Sinne des Wortes manches überspielen. Sie werden aber lange an den Traumata der Flucht und der Zustände in ihrer Heimat leiden.

Ein Blick auf die aktuellen Daten von UNHCR zeigt jedoch:

Zu einem signifikanten Rücklauf der ankommenden Flüchtenden auf den griechischen Inseln, allen voran Lesbos, ist es seit dem Deal nicht gekommen.

Nur eines hat sich geändert. Die Flucht in der Ägäis ist für Schutzsuchende wesentlich gefährlicher geworden. Um den Patrouillen der türkischen Küstenwache auszuweichen, machten sich in den letzten Wochen Boote vermehrt im Schutz der Dunkelheit auf den Weg Richtung Europa.

Auch werden nun öfters längere, und damit freilich wesentlich gefährlichere Fluchtrouten gewählt.

Außerdem ist nun auch auf den griechischen Ferieninseln der Winter eingekehrt. Immer öfters kommen Schutzsuchende völlig durchnässt und stark unterkühlt an. Damit ist offensichtlich, dass trotz der veränderten Bedingungen Menschen in ihrer Hoffnung auf Frieden und ein besseres Leben jede noch so große Gefahr einzugehen bereit sind.     

Von politischen Entscheidungen gänzlich unbeeindruckt zeigen sich aber eine Vielzahl von internationalen Rettungsteams und freiwillige Helferinnen und Helfer aus den verschiedensten Ländern.

Man fühlt sich in die Antike zurückversetzt. Unsere Demokratie, vieles an Philosophie und Wissen kommt aus dieser wunderschönen Landschaft! Und jetzt?
Man fühlt sich in die Antike zurückversetzt. Unsere Demokratie, vieles an Philosophie und Wissen kommt aus dieser wunderschönen Landschaft! Und jetzt?

Dank ihres unermüdlichen Dauereinsatzes konnten viele Katastrophen verhindert werden.

Die jüngsten Zahlen des “Missing Migrants Projekts” geben jedoch Anlass, eine tödlichen Tendenz zu befürchten. Alleine in den ersten zehn Tagen im Dezember starben im östlichen Mittelmeer beinahe so viele Menschen wie im gesamten November.

Mehr Bilder von der Situation in Lesbos - sie können das nur andeuten, was dort mit Menschen geschieht!

Manche der Aufnahmen wurden zuerst auf „VICE Alps" veröffentlicht.

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